Auf Gemeindegebiet Dachsen befinden sich drei Schutzgebiete von überkommunaler Bedeutung, näm­lich die Trockenstandorte Usser Rhihalden, Risi und Oberholz. Zu Schutzgebieten erklärt wurden sie auf Initiative des NVD durch Verfügung des Kantons im Jahre 1988. Der Trockenstandort Oberholz, früher auch "Sunnepuggel" genannt, befindet sich am Ausgang des Sunnenbergquartiers in Richtung Rheinau. Dieses Gebiet wird vom privaten Besitzer selber gepflegt.

Die Risi, eine alte Kiesgrube und Usser Rhihalden werden seit mehreren Jahren durch unseren Verein und in Zusammenarbeit mit dem Forstdienst der Gemeinde durchforstet und entbuscht. Damit sollen wieder optimale Bedingungen für viele seltene und geschützte Pflanzen wiederhergestellt und gesichert werden. Die in den einzelnen Jahren zonenweise durchforsteten und entbuschten Gebiete bedürfen zumindest in den ersten Jahren einer intensiven Pflege, da das vielerorts noch vorhanden Wurzelwerk unter starkem Lichteinfall wieder austreibt. Alle Arbeiten werden durch einen vom Kanton verpflichteten Fachmann wissenschaftlich begleitet.

Inzwischen haben die zu pflegenden Flächen ein so grosses Ausmass erreicht, dass sie nicht mehr durch freiwillige Helfer allein unterhalten werden können. Es musste daher nach neuen Lösungen gesucht wer­den, wobei auch an den Einsatz von Arbeitslosen gedacht wurde. Mit der Genossenschaft Grünwerk< aus Winterthur konnte eine Lösung gefunden werden. Tätigkeitsschwerpunkte dieser privaten Firma sind Naturschutz und Landschaftsplanung, Umweltbildung, Beratung/Koordination/Animation/Kommunikation. Neben diesen Tätigkeiten organisiert die Genossenschaft aber auch praktische Naturschutzeinsätze im Rahmen des Beschäftigungsprogramms für Arbeitslose von Stadt und Region Winterthur.

Der Arbeitsaufwand wurde vom Einsatzleiter aber unterschätzt; das ursprüngliche Ziel eines die gesamte Fläche umfassenden Pflegeeinsatz musste eingeschränkt werden um den Kostenrahmen nicht zu spren­gen. Aufwandschätzungen für solche Arbeiten sind eben äusserst schwierig durchzuführen. In den Ein­satzgebieten hat die Arbeitsgruppe aber sehr gründlich und sauber gearbeitet. Der NVD bedankt sich herzlich bei allen an den Einsätzen beteiligten Arbeitslosen und den Einsatzleitern. Auch der Fachstelle für Naturschutz des Kanton Zürich gilt unser Dank, weil durch seine Finanzierung dieser Einsatzes erst möglich gemacht wurde. Wir hoffen sehr, dass ein solcher Einsatz auch in der nächsten Periode möglich sein wird. Im Februar 96 werden Mitglieder des NVD in mindestens zwei Einsätzen ebenfalls in "die Hosen" steigen um die Arbeiten abzuschliessen. 

Die letzte Generalversammlung fand am 24 März 1995 im Restaurant Schweizerbund statt. Leider erschienen nur 11 Mitglieder. Infolge Wegzuges des Präsidenten Thomas Lendenmann wählte die Ver­sammlung Ruedi Schneider zum neuen Präsidenten. Thomas Lendenmann verbleibt jedoch im Vor­stand. Auch Jürg Merki und Paul Haberstich wurden wiedergewählt. Das sehr aktive Neumitglied Dieter Baach wurde zum Vizepräsidenten gewählt. Als Rechnungsrevisorinnen walten weiterhin Verena Isliker und neu Elisabeth von Gunten. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie dem Protokoll. 

Dieser Anlass war erfreulicherweise gut besucht. Das von Fischern und Naturschützern z.T. sehr emo­tionell und kontrovers diskutierte Thema wurde von den beiden Referenten souverän und mit viel diplo­matischen Geschick gemeistert. Dr. Jürg Cambensy argumentierte aus der Sicht des Vogelschutzes; Dr. Jakob Walter als Schaffhauser Fischereiaufseher aus fischereibiologischer Sicht. Ein Videofilm zeigte packende Unterwasserbilder jagender Kormorane. 

Der NVD pflegt auch Kontakte über die Landesgrenze. In unserer deutschen Nachbarschaft sehr aktiv wirkt die Ortsgruppe des BUND (Bund Naturschutz Deutschland). Nach "präsldlalen" Kontakten wurde unser Verein zu einer Exkursion nach Jestetten, zu einer Besichtigung verschiedener naturkundlicher Objekte eingeladen. Per Velo gings über Nohl und Altenburg auf die Löhr, wo die deutschen Kollegen vor Jahren eine Hecke von fast 1 km (!) Länge gepflanzt hatten. Die Hecke gedeiht prächtig und nimmt im intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebiet eine wichtige biologische Funktion ein. Nach Besichti­gung des Kronenrieds an Gemeindegebiet Neuhausen angrenzend und Trockenstandorten mit seltener Flora wurde an lauschigem Ort an der Rheinhalte bei Spass, Speis und Trank noch lange die internatio­nale Verständigung gepflegt. 

Die Exkursion begann mit einer kapitalen Panne, indem der Organisator übersah, dass der ASS-Bus am Samstag die Haltestelle nicht bediente, an welcher wir warteten. Nach einigen hektischen Aktivitäten landeten wir aber dann doch zur rechten Zeit am rechten Ort. Forstingenieur Dr. Alfred Huber verstand es, seine eigene Begeisterung über die Natur in ihren vielen Erscheinungsformen auf die Exkursionsteil­nehmer zu übertragen. Geologische, flussbauliche, waldbauliche, botanische und verkehrshistorische Informationen fesselten die Teilnehmer den ganzen Nachmittag. Für die Unentwegten endete die Exkur­sion am Grillfeuer auf dem Staufferberg mit phantastischer Sicht auf den Klettgau. 

Diesen Abend bestritt als Referent Dieter Baach. In Bild und Wort erfuhren die Anwesenden von den' unglaublichen Leistungen unserer Zugvögel, welche Sonne und Sterne und das Magnetfeld der Erde als Navigationshilfen benutzen und auf ihrem Weg bis zu 18'000km zurücklegen. 

Sozusagen als Fortsetzung des Diavortrages folgte die Exkursion an den Klingnauer Stausee. Mit Fern­rohren gut ausgerüstet, konnte bei schönstem Wetter unter Leitung gleich zweier Ornithologen eine Viel­zahl von Vogelarten beobachtet werden. Die anwesenden Kenner kamen dabei sehr ins Schwärmen und in angeregten Diskussionen wurden von seltenen Beobachtungen erzählt. 

Seit etwa 60 Jahren, ein ganzes Leben lang, sorgte Ernst Spahn für die Pflege der Nistkästen auf Gemeindegebiet. Nun ist er in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Der Vorstand des NVO und alle Meisen, Kleiber, Spatzen und Siebenschläfer danken Ernst Spahn für diesen Einsatz!

Der NVO hat nun die Aufsicht und den Unterhalt der Nistkästen übernommen. Auf den Aufruf in der Dachsspur haben sich 13 Personen für die Nistkastenreinigung und das Erstellen eines Inventars gemel­det. Diese Aktion erfolgte am 18. November bei widrigsten Wetterverhältnissen, was der guten Stim­mung aber keinen Abbruch tat! 

Ende September lagerte die Fa. Gebrüder Sburlino AG grosse Mengen Aushub auf ihrem Grundstück in der Stegwies am Mühlibach. Später erfolgte auf dem terrassierten Gelände die Lagerung von Altmate­rial. Aufschüttung und Deponie befinden sich in der Landwirtschaftszone. Es handelt sich dabei um eine besonders empfindliche Zone direkt am Bachufer. Aufschüttung und Deponie erfolgten ohne Bewilligung durch die Behörden. Auf Grund unserer Intervention und nach einem Augenschein mit den zuständigen kantonalen Behörden sowie Gemeindevertretern reichte die Fa. Gebrüder Sburlino nachträglich ein Gesuch ein. Da die Aufschüttung offenbar die Ausmasse. welche eine Bewilligung erfordern nicht erreicht, besteht keine rechtliche Handhabe zur Entfernung der Aufschüttung. Dagegen hat die Gemeinde das Gesuch um Erteilung der Bewilligung für eine Deponie für Altmaterial gestützt auf Art. 24 des Raumplanungsgesetzes abgelehnt. Für die Entfernung des gelagerten Materials wurde eine Frist bis zum 31.12.95 gesetzt. Diese Frist wurde auf Gesuch der Firma Gebr. Sburlino AG inzwischen bis zum 30. März 1996 von der Gemeinde erstreckt. Wir sind gespannt, was passieren wird und werden die Angelegenheit weiter wachsam verfolgen. 

Mit dem Eintritt von Dieter Baach in den Vorstand ergaben sich zusätzliche Kapazitäten. Dieter Baach übernahm Gestaltung und Layout. Die längerer Zeit etwas vernachlässlgte Dachsspur erhielt eine Ver­jüngungskur. Das Format von A4 wurde auf das handlichere Format A5 geändert. Die Ausgaben erfolgen bei Bedarf in Zusammenhang mit unseren Aktivitäten. Die Dachsspur erscheint häufiger. Im Berichtsjahr erschienen 4 Ausgaben. Der Vorstand bedankt sich bei Dieter für diesen Einsatz herzlich. 

Der Vorstand trat im Berichtsjahr sechs mal zu Sitzungen zusammen. Die meisten der behandelten Geschäfte betrafen die Planung von Vereinsanlässen und der Feldeinsätze. Sorgen bereitet dem Vor­stand magere Besucherzahlen an den Vereinsanlässen. Ein Anlass musste gar ganz abgesagt werden. Es wurde deshalb beschlossen, unsere Anlässe auch in den umliegenden Gemeinden zu publizieren. Mangelndes Interesse an Vereinsaktivitäten scheint eine allgemeine Zeiterscheinung zu sein, denn die meisten Vereine haben die gleichen Sorgen. Wir wollen uns deshalb aber nicht verdriessen lassen, son­dern mit neuen Ideen versuchen, Mitglieder und Bevölkerung zum Besuch unserer Veranstaltungen zu gewinnen. Wir sind sehr gerne bereit, auch aus dem Kreis unserer Mitglieder neue Ideen zu prüfen!

Namens des Vorstandes bedanke ich mich herzlich bei allen Vereinsmitgliedern und Gönnern, die durch irgendwelche Aktivitäten, durch Feldeinsätze oder mittels ihres Mitgliedsbeitrages dazu beigetragen haben, den Naturschutz in unserer Gemeinde zu fördern. Ich bedanke mich auch bei meinen Vorstandskollegen, welche mit viel Idealismus trotz aller übrigen Belastungen so viel Zeit für die Vereinsführung aufbringen. 

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