Unsere Beteiligung am Herbstfest war von Anfang an klar. War dies doch eine Gelegenheit, sich einer grösseren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Mit der Demonstration von al­tem Handwerk kamen wir ganz klar den Erwartungen der Festbesucher eines solchen Festes entgegen. Das Tüchelbohren, wel­ches wir vorführten, steht aber auch in Zusammen­hang mit dem Naturschutz­gebiet "Usser Rhihalden". Dort wurden während Jahrhunderten die Bäume zur Tüchelherstellung geschlagen. Die fortdauernde Nut­zung der Wälder an der Rhihalde gewährte einer ganzen Reihe von heute seltenen und geschützten Pflanzen einen optimalen Lebensraum. Diesen Zu­sammenhang konnten wir auf Schautafeln augenfällig darstellen. Selbstverständ­lich benutzten wir auch die Gelegenheit, unseren Ver­ein selber vorzustellen. Als Magnet für die Kinder er­wies sich ein Ball-Wurfspiel mit ökologischem Hintergrund. Verschiedene Ziel­flächen innerhalb einer Stadtansicht rotierten bei einem Treffer um die ei­gene Achse und offenbar­ten das innerhalb der Ziel­fläche vorhandene Revita­lisierungspotential trister Stadtstrukturen durch Ba­chausdohlungen, Anlegen von Grünflächen, etc.

Dieser Anlass war für uns ein voller Erfolg. Dies zeig­te sich an der permanenten Zuschauermenge, aber auch am Echo in den Medi­en. Allerdings war unsere Präsenz aber auch mit grossem Aufwand verbun­den, welcher wiederum nur von wenigen Vereinsmit­gliedern getragen wurde. 

Auch dieses Jahr erfolgten wieder Einsätze in den bei­den überkommunalen Schutzgebieten "Risi" und "Usser Rhihalden". Die Pflege des ebenfalls über­kommunalen Schutzgebie­tes "Oberholz" erfolgt neu­erdings durch eine Unter­haltsequipe des Kantons. Die Zielsetzung unserer Pflegeeinsätze besteht in der Gewährleistung opti­maler Lebensbedingungen für seltene und geschützte Pflanzen. Die in den lichten Flächen wachsenden Pflanzen bieten aber auch einer reichen Insektenwelt einen guten Lebensraum. Damit erhöht sich auch das Nahrungsangebot für Vö­gel, welches sich positiv auf deren Population auswirkt.

Insgesamt leisteten 15 Hel­fer des NVD etwa 100 Ar­beitsstunden. Dieser Auf­wand genügte jedoch nicht. Zusätzlich kamen Arbeitslose im Rahmen des Be­schäftigungsprogramms der Stadt Winterthur sowohl in der Risi als auch in der Rhihalde zum Einsatz. Durch unsere Vermittlung arbeitete zudem während mehrerer Tage ein Gruppe von Bewohnern der von Pfarrer Sieber betriebenen Drogen-Rehabilitationsstät­te Spiesshof aus Ramsen an der Rhihalde. Insbeson­dere in der Risi erfolgte die Arbeit sehr gründlich mit dem Ziel, in den kommen­den Jahren den Pflegeauf­wand reduzieren zu kön­nen.

Der Unterhaltsaufwand in der Rhihalde ist enorm; in den lichten Flächen treibt das verbliebene Strauch­werk jedes Jahr mit unqebrochener Vitalität von neuem aus. Die Fachstelle für Naturschutz des Kt. Zü­rich überlegt sich daher ­den Einsatz von Ziegen. Diese Tiere fressen mit Vorliebe Blätter und junge Triebe von Strauchwerk. Diese Praxis bewährt sich in verschiedenen Ländern Europas bereits seit Jahr­zehnten im Unterhalt von Schutzgebieten. Da Wald­weide in der Schweiz ver­boten ist, könnte das Vor­haben allenfalls im Rahmen eines Versuches von der Forstdirektion bewilligt werden.

Der Kt. Zürich hat den Na­turwissenschafter Fredy Leutert mit der Projektbe­gleitung und Erfolgskontrol­le beauftragt. In seinem Bericht z. Hd. der Fachstel­le für Naturschutz zur "Entwicklung nach den Pflegeeingriffen" stellt Fre­dy Leutert fest: "Die Pflege­eingriffe an der Rhihalde und Risi waren - gemessen an Naturschutzkriterien - bereits nach wenigen Jah­ren von Erfolg gekrönt." 

Auch in diesem Winter wurden die ca. 50 Nistkä­sten von zwei Gruppen gereinigt. Herzlichen Dank an alle Helfer! 

Zweimal pro Jahr treffen sich die Vorstandsmitglie­der der Weinländer Natur­schutzvereine zu einem Treffen. (Natur- und Vogel­schutzverein Bezirk Andel­fingen, Andelfinger Jugen­gruppe für Vogelschutz, Vogelschutzverein Altikon, Naturschutzverein Dachs­en, Natur- und Heimat­schutzverein Marthalen, Naturschutzverein Ossin­gen) Beim letzten Treffen in Dachsen wurde be­schlossen, einen gemein­samen Veranstaltungska­lender herauszugeben, der es erlaubt, auch bei Veran­staltungen anderer Vereine teilzunehmen. Diesen Ka­lender mit attraktiven An­geboten finden Sie weiter hinten in diesem Heft.

Im Herbst dieses Jahres organisieren alle Vereine zusammen am Husemer See einen Naturtag für die ganze Familie. Anlass dazu ist der 75. Geburtstag des Schweizer Vogelschut­zes (SVS). Wir werden Sie auf dem Laufenden halten! 

Der Besuch unserer Gene­ralversammlungen ist ge­nerell schlecht. So erschie­nen nur 10 Mitglieder zu diesem Anlass. Infolge der 2-jährigen Amtszeit der Vorstände war lediglich die Wahl eines Rechnungsre­visors vorzunehmen. Für die zurücktretende Verena Isliker wurde Verena Ruch­ti zur Revisorin gewählt. Im Anschluss an die GV hat­ten wir zu einem öffentli­chen Anlass eingeladen. Zum Diavortrag über den Schweizerischen National­park erschienen dann doch noch einige Gäste. Bilder und Referat von Paul Abt zeigten den Park von sei­ner schönsten und interessantesten Seite. Vielleicht hat der Vortrag einige der Besucher zu einem Besuch in diesem einzigartigen Ge­biet animiert. 

Alt Gemeindepräsident Eduard Schmid aus Uwie­sen ist ein begeisterter Afri­ka-Reisender. Die Ankün­digung des Vortrages über afrikanische Nationalparks vermochte eine grosse Anzahl Besucher hinter, dem Ofen hervorzulocken. Sie wurden denn auch nicht enttäuscht, denn die Bilder, wie auch die Vortragsweise waren packend. Dies zeig­te sich auch im Ergebnis einer spontanen Samm­lung zugunsten des Ver­eins "Freunde der Seren­geti Schweiz", welcher den Sammelbetrag als Unterstützung der Nationalpark­verwaltung zukommen Iiess. 

Die Wanderung mit pflan­zenkundlichem Schwer­punkt führte von Merishau­sen über den Osterberg, einem der schönsten Ge­biete des Randen, zum Ha­gen. Der Randen mit sei­nen parkähnlichen Hochflä­chen ist ein einzigartiges Wandergebiet direkt vor unserer Haustüre. Unter fachkundiger Leitung ist eine Wanderung aber auch doppelt interessant. Biologe Urs Weibel wusste nämlich zu vielerlei Pflanzen am Wegrand, in Wald und Wiese nicht nur den Namen, sondern auch Erklärungen zu den volks­tümlichen Bezeichnungen, Informationen über die toxi­sche und die heilende Wir­kung. Die Grillrunde auf dem Hagen und der Ab­stieg nach Beggingen run­dete den gelungenen An­lass ab. 

Die den meisten Men­schen, vor allem den Haus­frauen, eher lästigen Spinnen vermochten doch eine stattliche Anzahl, interes­sierter Zuhörer in die Mehr­zweckhalle zu locken. Dr. Jakob Walter ist Biologe und Fischereiaufseher im Kt. Schaffhausen. Er be­schäftigt sich in seiner Frei­zeit schon seit einem Vier­teljahrhundert mit Spinnen. Während seiner Beobach­tungen hat er viele einmalige Beobachtungen ge­macht, welche er auf Film festgehalten hat. In seinem sehr klar gegliederten Vortrag führte uns der Refe­rent in eine wohl für die meisten Anwesenden un­bekannte, aber faszinieren­de Welt. Manchem Besu­cher wurde offensichtlich, an welchen Wundern er bisher achtlos vorbei­gangen ist. Wussten Sie,  dass gewissen Spin­nen bis zu 6 Spinndüsen besitzen, welche jeweils Spinnfäden mit unterschiedlichen Eigenschaften erzeugen? Je nach Anwen­dung wird dann die geeig­nete Fadenqualität verwen­det.

Der Vorstand des Natur­schutzvereins trat im Be­richtsjahr zu 6 Sitzungen zusammen. Der Vorstand verabschiedete ein neues Werbekonzept. Die darin festgelegte generelle Publikation von Anlässen als lnserate in den Gemeinde­mitteilungen, in den Veranstaltungskalendern und als "Eingesandt" in den Tages­zeitungen zeigte eine gute Wirkung. Die solchermas­sen angekündigten Vor­tragsabende waren durch­wegs gut besucht. Infolge starker, beruflicher Inan­spruchnahme und weiterer Verpflichtungen als Präsi­dent von "Pro Bahn Schweiz" hat Thomas Len­denmann seinen Rücktritt aus dem Vorstand be­kanntgegeben. Die Suche nach Ersatz gestaltete sich schwierig. Viele Angefragte befürchten eine zu hohe Belastung. Ein Engage­ment, besonders in einem gemeinnützigen Verein kann aber durchaus nicht nur ein Opfer bedeuten, sondern auch Freude und Befriedigung bereiten. Interessentinnen und Interes­senten für eine Funktion in unserem Vorstand sind herzlich willkommen! 

Im Berichtsjahr wurden 2 Ausgaben der Dachsspur herausgegeben. Die Ge­staltung der Nummer 13 erfolgte aus Anlass des Herbstfestes als Sonder-nummer mit ansprechen­dem, farbigem Umschlag. 

Mein Dank geht an alle Helferinnen und Helfer bei den Feldeinsätzen und bei anderen Gelegenheiten, an die Fachstelle für Natur­schutz des Kt. Zürich, mit welcher wir stets in gutem Einvernehmen stehen und welche uns die Abgeltung für unsere Einsätze stets unbürokratisch überwiesen hat. Mein Dank geht auch an alle Vereinsmitglieder, welche unsere Zielsetzun­gen ideell und mit ihrem Mitgliedsbeitrag unterstützt haben. Ich danke meine Kollegen aus dem Vor­stand, welche mit ihrem Einsatz das Funktionieren unseres Vereins gewährlei­stet haben. 

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