Die Naturschutzgebiete "Usser Rhyhalden" und Risi erfordern jedes Jahr Unterhalts- und Pfle­gemassnahmen. Vor allem müssen die Flächen regelmässig entbuscht werden, damit die Lebensräume für die seltene und geschützte Flora erhalten werden können. In der Risi zeig­ten sich erstmals Probleme mit der Kanadischen Goldrute. Diese an sich schöne Pflanze wurde aus Amerika als Zierpflanze importiert. Sie ist inzwischen auch in der freien Natur zu finden. Die robuste Pflanze verbreitet sich auf sehr vielfältige Weisen und kann grosse Gebiete als Monokultur vollständig überwuchern, sodass alle einheimischen Pflanzen ver­drängt werden. Insbesondere in Naturschutzgebieten kann die Kanadische Goldrute damit zu einem ernsten Problem werden. Zur Bekämpfung gibt es verschiedene Strategien. Wir werden die Problemfläche von ca. 30m2 für einige Zeit mit schwarzer Folie abdecken und hoffen, damit Wurzeln und Rhizome zum Absterben zu bringen.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das maschinelle abschneiden mittels Säuberungsge­rät eine sehr effiziente Methode ist. Wer jedoch ungeübt im Umgang mit diesen Geräten und im schwierigen Gelände ist, der kann Abends jeden seiner Knochen einzeln spüren! Der Ver­such mit den Ziegen wird nach dreijähriger Dauer dieses Jahr abgeschlossen. Wir möchten dem Abschlussbericht nicht vorgreifen, doch scheint der Erfolg auf unseren Versuchsflächen, im sehr steilen Gelände und im lockeren Kies zweifelhaft. Insbesondere muss festgestellt werden, dass die Ziegen in einem Zeitpunkt eingesetzt wurden, als insbesondere die Robini­enausschläge bereits so Stark waren, dass sie von den Ziegen nicht mehr verbissen werden konnten.

An insgesamt 10 Feldeinsätzen beteiligten sich 12 Helfer und Helferinnen. Es wurden 95 Arbeitsstunden geleistet, dazu kommen noch 25 Maschinenstunden. Die vier jugendlichen Helferinnen erhalten 50% des vom Kanton vergüteten Stundensatzes als Belohnung. In der Risl erfolgte zur Entfernung von Robinienstrünken, welche jedes Jahr mit unverminderter Vita­lität ausschlagen, der Einsatz einer Gruppe Arbeitsloser. Die Strünke wurden dabei mittels "Habegger" komplett ausgerissen. Allen sei herzlich für den grossen und manchmal mühevollen Einsatz gedankt! 

Wir bemühen uns immer, die Mitgliederversammlungen so kurz als möglich zu halten und mit einem interessanten Vortrag zu "ködern" (nicht weitersagen). Dies wurde uns an der letzten Mitgliederversammlung offensichtlich belohnt: es erschienen 15 Mitglieder, bis anhin die höchste Präsenz

Das Thema "Reisen/fremde Länder" stösst erfahrungsgemäss auf grosses Interesse, sodass zum öffentlichen Vortrag von Maya Messmer so viel Leute erschienen, dass sich der ganze Saal füllte. Die Referentin, welche sich längere Zeit im Auftrag des Bundes in Malang aufge­halten hatte, verstand es mit ihren Ausführungen und mit den gezeigten1)fas glänzend, die Zuhörer für zwei Stunden in ein eine exotische Welt zu entführen. Unübersehbar waren für die Umweltfachfrau Maya Messmer jedoch die Umweltsünden einer Gesellschaft, welche infolge der rasanten lndustriallslerung noch kaum ein Umweltbewusstsein entwickelt hat. 

Das Niederholz bei Marthalen ist das bedeutendste Mittelwaldgebiet im Kanton Zürich. Hier wohnt noch der seltenste Vertreter unserer Spechtarten - der Mittelspecht. Dass dieser Specht mit der roten Kopfplatte ein Anziehungspunkt sein würde, war uns Organisatoren bewusst. Dass aber 100 interessierte Naturfreunde den Weg nach Marthalen finden würden, war dann doch eine freudige Überraschung.

Am Bahnhof Marthalen durfte ich um 9 Uhr die grosse Schar der zum Teil von weit her ange­reisten Personen im Namen des Zürcher Vogelschutzes und des Naturschutzvereins Dachsen und Umgebung begrüssen. Mit zwei Kleinbussen transportierten wir die Gäste an den Startort der Exkursion bei Ellikon. Bei wolkenlosem Himmel, aber grosser Kälte, marschierten die 70 Erwachsenen in vier Gruppen los, geführt von den erfahrenen Exkursionsleitern Hans-Caspar Ryser, George Frei, Markus Baumgartner und Peter Sorg. Matthias Griesser und ich widme­ten uns den 30 Kindern. In zwei Gruppen wollten wir diesen herrlichen Wald entdecken. Was ist das für ein Vogel? Gespannt lauschten wir in den Morgen hinein. Schau da! Ein Specht mit einer roten Kopfplatte! Der Mittelspecht lless uns nicht im Stich! Siehst du dieses Loch im Baum? Hier wohnt er! Immer wieder unterbrachen wir unsere naturkundlichen Studien, um einfach im Wald herumzutoben, einen wachsenden Baum zu spielen oder einer spannenden Geschichte zuzuhören. Zugegeben! Der katte Morgen liess viele Vögel zlernüch bald ver­stummen und die ornithologische Ausbeute war deshalb ziemlich mager. Als kleiner Höhe­punkt traf eine Gruppe noch auf ein Rudel Wildschweine. Der herrliche Sonnenschein, der inzwischen durch das noch blattlose Baumwerk fiel, entschädigte für das sonntägliche Früh­aufstehern. Unterdessen waren die verschiedenen Erwachsenengruppen alle beim Förster Arthur Nägeli vorbeigekommen. Er erzählte Wissenswertes über den Mittelwald und seine Bewirtschaftungsart.

Um die Mittagszeit trafen alle am Ziel ein, wo Pascal.Lovls und Wolfgang Wetter alle Hände voll zu tun hatten, die Gäste mit Würsten und Getränken zu verwöhnen. Auch der Süssmost aus der 25 Liter Flasche fand reissenden Absatz. Während des gemütlichen Beisammenseins durften die Erwachsenen wie auch die Kinder einen naturkundlichen Wettbewerb ausfüllen, bei dem es tolle Preise zu gewinnen gab.

Dass diese organisatorisch anspruchsvolle Exkursion so glatt über die Bühne gehen konnte, war der Verdienst vieler aktiver Mitglieder des NVDU. Ich möchte mich bei allen, die sich in irgendeiner Form beteiligten, für ihren engagierten Einsatz herzlich bedanken. Auch allen Exkursionsleitern sei herzlich gedankt wie auch Petrus, der an diesem Tag mit uns ein Einse­hen hatte. (Dieter Baach) 

Eine aus Bruchsteinen aufgebaute Kräuterspirale bietet auf kleinstem Raume Platz für ver­schiedenste Kräuter, auch mit unterschiedlichsten Ansprüchen an Standort und Bodenbe­schaffenheit. Neben trockenliebenden Arten, welche in die Fugen zwischen den Bruchsteinen gepflanzt werden, kann im unteren Teil der Spirale ein nährstoffreiches Substrat für Pflanzen eingebaut werden, welche fettige Böden lieben. Während des Baus in Dieter Baachs Garten unter kundiger Leitung von Landschaftsgärtner Pascal Lovis erschienen ab und zu interes­sierte Besucher. Der Aufmarsch hielt sich aber in Grenzen. Die Idee scheint aber doch Fuss gefasst zu haben, sind inzwischen doch in verschiedenen Gärten solche Kräuterspiralen· anzutreffen. 

Trotz dem bald sprichwörtlichen "NVOU-Wetter" - Sturm und Schneetreiben - beschlossen wir, die Biberexkursion durchzuführen. Bei den sehr zahlreichen Anmeldungen glaubten wir, dass sich trotz des schlechten Wetters eine genügende Anzahl Teilnehmer einfinden würden. Dies hat sich denn auch bewahrheitet: Über 20 TeilnehmerInnen erlebten einen spannenden Nachmittag mit dem Exkursionsleiter Michael Stocker. Zwischen Ellikon' und Thurspitz sind die Spuren des Bibers unübersehbar. Angenagte und gefällte Bäume, säuberlich vom Stamm abgetrennte und geschälte Äste trifft man zu Hauff. Exkursionsleiter Michael Stocker verstand es, den Exkursionsteilnehmern Lebensweise und Eigenheiten des sympathischen Tieres auf spannende Weise näherzubringen. Aus seinen Ausführungen war immer herauszuhören, wie wichtig es im Sinne eines "integralen" Naturschutzes ist, mehr Lebensraum für die bedrohte Fauna und Flora zu gewinnen. Da einige der zahlreichen Interessenten für die Exkursion infolge zu hoher Teilnehmerzahl abgewiesen werden mussten und Andere infolge der schlechten Witterung nicht erschienen, wird diese Exkursion wiederholt. 

Zum zweiten Mal organisierten Matthias Griesser und Dieter Baach diesen Kurs, dessen Ziel es ist, Lehrkräften und anderen ornithologisch interessierten Kreisen die häufigsten einheimi­schen Vögel und deren Lebensräume näherzubringen. Die 5 Theorieabende fanden im Ober­stufenschulhaus Andelfingen statt, 3 Exkursionen im Weinland und eine am Klingnauer Stau­see. Dieser Kurs wird im laufenden Jahr wiederholt. 

Die Leiter der Jugendgruppe Kauz (Patricia Egli, Matthias Griesser, Ueli Meier, Daniel Hänni und Dieter Baach) können auf ein sehr anstrengendes, aufwendiges, abwechslungsreiches und erfolgreiches Jahr zurückblicken. 12 Anlässe wurden organisiert (Theorie Wasservögel, Exkursion Klingnauer Stausee, Exkursion Fledermäuse, Theorie Waldvögel, Exkursion Husumer See, Exkursion Randen, Bau Solarboot, Waldübernachtung, Vogelberingung, Exkursion Biber, Theorie Astronomie, Exkursion Sternwarte), weitere 4 Anlässe wurden von den umlie­genden Naturschutzvereinen angeboten. Besonders erfreulich war die Zusage von Patricia Egli, einer Biologiestudentin, unser Team zu unterstützen. Unser Team und die 20 jungen Käuze möchten sich bei allen, die uns in diesem Jahr auch finanziell unterstützt haben, recht herzlich bedanken. Auch für das kommende Jahr sind wieder viele Aktivitäten geplant. (Dieter Baach) 

Im Berichtsjahr traf sich der Vorstand zu 8 Sitzungen. Abgesehen von der Planung unserer. Anlässe wurden auch neue Projekte behandelt sowie in Bezug auf den Naturschutz fragwür­dige Vorhaben und Handlungsweisen Dritter geprüft. So versuchten wir verschiedene Bauern vom Nutzen einer Anlage von Buntbrachen zu überzeugen. Bei Robert Rubli, Riethof stiessen wir auf ein positives Echo. Die für ein solches Unterfangen zugesicherten staatlichen Beiträge sind jedoch zu bescheiden, sodass der NVOU ebenfalls einen Beitrag an die Kosten leisten wird.

Die Art und Weise der Pflege der Autobahnböschungen durch den zuständigen kantonalen Unterhaltsdienst hatte bereits mehrfach Reklamationen zur Folge. Die Hecken werden mei­stens total entfernt, Bäume jedoch stehen gelassen und sogar aufgeastet. Die Hecke verliert dabei ihre Schutzfunktion gegen die Fahrzeugemmissionen und als Brut- und Nistplatz für Vogel sowie als Unterschlupf für Kleintiere. Es vergehen Jahre bis die Hecke wieder nachge­wachsen ist. Der Geschäftsstelle des Zürcher Vogelschutzes ist diese Vorgehensweise eben­falls bekannt. Selbst mehrfache Intervention bei den zuständigen Stellen verliefen leider im Sand ... 

In diesem Jahr erschienen die Ausgaben Nr. 16 und Nr. 17 unserer Dachsspur. In der ersten Ausgabe erschien der Jahresbericht 1997 und der Rückblick zu unserer kantonalen Exkursion Niederholz, bei der zweiten Ausgabe handelte es sich um ein Sonderheft zum Thema "Umwelterziehung" . 

Oft ist in den Jahresberichten nur von erfreulichen Geschehnissen die Rede. Zu jedem Ver­einsgeschehen gehören aber auch bittere Pillen! So konnte der mit viel Aufwand organisierte Werknachmittag zum Bau von Nistkästen im Februar infolge mangelnder Beteiligung nicht durchgeführt werden. Der bereits einmal verschobene und ebenfalls mit sehr aufwendigen Vorbereitungen verbundene "Erlebnis-Parcour Risi" musste infolge katastrophaler Witterung abgesagt werden. Auch unsere 2-tägige Jurawanderung musste abgesagt werden, da unser Exkursionsleiter erkrankte. Eine leichte Streifkollision mit einem Verkehrsschild während eines Personentransports zu einer Exkursion kostete uns einen Haufen Geld: Weil der Autovermieter den Schaden bei seiner Versicherung nicht anmelden wollte, mussten wir auf Grund der Rechtslage schliesslich zähneknirschend 1400 Franken hinblättern. 

Wir dürfen mit Befriedigung feststellen, dass wir ein sehr lebendiger Verein sind. So zeigte sich unsere Aktivität auch im Gemeindeanzeiger, wo unsere Präsenz noch nie so noch wie bisher. Die Erweiterung unseres Wirkungskreises auf die umliegenden Gemeinden hatte zwar einige Neueintritte, sonst aber keine Konsequenzen auf Aktivitäten ausserhalb von Dachsen zu Folge. Dazu müssten dem NVDU noch mehr Mitglieder aus den Nachbargemeinden beitreten. Aber was nicht ist kann noch werden! Die Regelung, wonach die Mitglieder Schaft in der Jugendgruppe automatisch die Mitgliedschaft im Ortsverein zur Folge hat, bewirkte einen Aufwärtssprung unseres Bestandes auf insgesamt 91 Mitglieder, wovon 19 Jugendmitglieder sind. Das Werbekonzept mit Publikation in allen möglichen Medien hat sich bewährt. Unsere Veranstaltungen werden sehr häufig von Auswärtigen besucht, oft bilden diese Besucher sogar die Mehrheit, was uns manchmal etwas seltsam berührt.

Hinlänglich ist bekannt, dass aktive Vereinsmitglieder stark geforderte und sich für ein Ideal aufopfern. Dies trifft auch auf unseren Verein zu. Deshalb möchten wir uns bei allen, Vor­standskollegen und Mitgliedern für ihren grossen Einsatz herzlich bedanken. Dank gilt aber auch allen jenen, welche unsere Tätigkeit mit ihrer Beitragszahlung oder in irgend einer ande­ren Form unterstützt haben. Unseren Dank verbinden wir mit der Hoffnung auf ein weiteres Engagement. 

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