Im Schutzgebiet Risi drohte sich eine Pflanze breit zu machen, welche sich dank verschiedenen Fortpflan­zungsmöglichkeiten seuchenartig verbreiten kann und dabei hektarenweise sämtliche einheimische Pflan­zen verdrängt. Es ist die kanadische Goldrute. Ausgraben ist sehr problematisch, da jede übersehene Wur­zel sofort wieder austreibt. Wir haben die betroffene Fläche während eines Jahres mit einer schwarzen Folie abgedeckt, sodass alle Goldruten definitiv vernichtet wurden. Diese Strategie scheint sich zu bewähren.

Durch die permanent schlechte Wetterlage im Nov./Dez. 99 konnten verschiedene geplante Feldeinsätze nicht durchgeführt werden. Wir haben deshalb lediglich 25 Mannstunden und 12 Maschinenstunden aufge­wendet und damit lediglich 1/3 des vorgesehenen Pflegeaufwandes leisten können. Dies schlug in der Ertragsrechnung negativ zu Buche, indem wir dem Kanton lediglich rund 1/3 der vorgesehenen Aufwendun­gen in Rechnung stellen konnten. Die notwendigen Pflegearbeiten an der Rheinhalde müssen nun nachge­holt werden.

Der Sturm „Lothar“ wütete auch im Naturschutzgebiet "Risi"; er fällte dort gegen dreissig Föhren. Nach einer Besichtigung mit dem Gebietsverantwortlichen der Fachstelle für Naturschutz, Dr. A, Hofmann, sollten die Bäume aus dem Gebiet entfernt werden, da sie die Gebietspflege stark erschweren. Wenige Bäume im Bereich der Gruben dagegen können liegen gelassen werden, wo sie als Totholz für viele Insekten einen wertvollen Lebensraum darstellen. Nach Möglichkeit soll für die Aufräumarbeiten der Grundbesitzer, nämlich die Gemeinde aufkommen.

Dieser Anlass lag eigentlich ausserhalb der Berichtsperiode, konnte im letzten Jahresbericht jedoch nicht mehr erwähnt werden. Die erste Biberexkursion war trotz hundsmiserablen Wetters und vieler Abmeldungen erstaunlich gut besucht. Infolge des offensichtlich sehr grossen Interesses entschlossen wir uns, die Biberexkursion zu wiederholen. Die Teilnehmerzahl an der nochmals von Michael Stocker geführten Exkur­sion war wiederum sehr hoch.

Einzelheiten über die Generalversammlung finden Sie im beigelegten Protokoll. Der anschliessende Vortrag mit dem Biologen Andreas Müller eröffnete den Zuhörern die faszinierende Welt der Wildbienen. Trotz der weltweit über 20'000 Bienenarten führen diese Insekten (natürlich abgesehen von unserer Hausbiene) für die meisten Menschen ein eher verborgenes Leben. Es war deshalb besonders interessant über Lebens­räume, Biologie, Nestbau, Sozial- und Paarungsverhalten unserer heimischen Wildbienen mehr zu erfahren. Andreas Müller, welcher sich wissenschaftlicher mit dem Thema beschäftigt hat, verstand es sehr gut, die Zuhörer mit faszinierenden Bildern in seinen Bann zu ziehen. 

Im Frühjahr wurde die erste Etappe der Hecke auf dem Schulgelände in Angriff genommen. Die 150 Sträu­cher waren vom NVDU gestiftet. Fünft- und Sechstklässler schufteten gruben die Löcher, sodass alle Kinder im Schulhaus „ihren“ eigenen Strauch unter Leitung der 5. Klässler setzen durften. Jedes Kind durfte seinen Strauch mit Namen anschreiben. Einige Lehrkräfte nutzen die Gelegenheit, das Wachsen der Pflanzen von den Kindern dokumentieren zu lassen. Es zeigte sich, dass fast alle Sträucher gut anwuchsen. Im Jahr 2000 soll eine zweite Etappe gesetzt werden. Endziel wäre ein Heckenlehrpfad auf dem Schulgelände.

Gemeindepräsident Hans Wickli informierte die Zuhörer über den Weinbau in Dachsen, welcher in histori­scher Zeit für unser Dorf von grosser Bedeutung war. Das Thema "Der Rebberg als Lebensraum" wurde von der Biologin und Mitarbeiterin der Fachstelle für Naturschutz beim Kanton, Frau Ursina Wiedmer, als Diavortrag abgehandelt. Es war erstaunlich zu erfahren, welche Pflanzen- und Insektenvielfalt sich mit der Begrünung der Rebberge wieder eingestellt hat. Insbesondere ist erwähnenswert, dass in unserem Rebberg der sehr seltene Ackergelbstern vorkommt. Guido Lenz, Bio-Weinbauer informierte über die Grundsätze der biologischen Produktionsweise. Die anschliessende Führung durch den Rebberg erfolgte unter Leitung von Ernst Roth, Mitglied der Rebkommission. Die Teilnehmer waren sehr interessiert; die Gelegenheit Fragen zu stellen, wurde rege benützt. Die abschliessende Weinprobe mit Kommentar der anwesenden Produzenten wurde nochmals rege für Diskussionen benutzt.

Diese Veranstaltung war vom Inhalt und Umfang her sozusagen der "Rolls-Royce" unserer Veranstaltungen. Wir erhofften insbesondere Teilnehmer aus dem Hindergartenquartier. Leider war kaum jemand von dort anwesend, auch sonst war die Veranstaltung nur mässig besucht. Schade!

 

Der NVDU beteiligte sich zusammen mit anderen Vereinen an der Dachsener Umeschnoggete. Klar, dass Naturschutz das Thema war. Der von uns gestaltete Posten 1 schnitt betreffend der Originalität besonders gut ab. Wir haben darauf geachtet, dass die Fragen spielerisch gelöst werden konnten und möglichst alle Sinne gefordert waren. So musste z.B. mittels Fernrohr ein Vogel im Gebüsch entdeckt und bestimmt wer­den. Aus verschiedenen Konfitüren musste Holderkonfitüre bestimmt werden, Düfte mussten einander zugeordnet werden, usw. Wir denken, unser Posten war ein guter Auftakt für die Umeschnoggete.

Dieser Vortrag war gut besucht. Die Referentin, die Wildbiologin Karin Hindenlang, überzeugte vor allem durch ihre Sachkompetenz und die lebendige Vortragsweise. Die Bilder zeigten das scheue, nachtaktive Tier, das sicher vielen Besuchern bisher unbekannt und lebend kaum jemals von einem der Gäste gesehen worden war. Sollte der Dachs wirklich der Namensgeber unseres Dorfes gewesen sein, so scheint uns die Wahl gut gelungen, denn der Dachs ist ein sehr sympathischer Geselle.

Dieser Vortrag, bestritten durch Dr. Widmer von der Ingenieurschule Wädenswil, fand in sehr gediegenem Rahmen auf dem Hof von Maja und Robert Rubli statt. Der Referent, welcher sich ja professionell mit Obst befasst, behandelte das Thema ausgewogen und verstand es ausgezeichnet Vor- und Nachteile der ver­schiedenen Produktionsweisen, Hochstämme und Intensivkulturen einander gegenüberzustellen und insbe­sondere aus der Sicht der professionellen Obstproduzenten darzustellen. Nach einer Demonstration mit Mostpressen und Degustation des gepressten Saftes folgte eine rege Diskussion. Die Qualität der Veran­staltung hätte bestimmt eine höhere Besucherzahl gerechtfertigt.

Die Anlage der Buntbrache im Mettli im Umfang von 30 Aren war zweifellos ein hervorragendes Ereignis im Vereinsjahr. Bei idealen Wetterbedingungen bereitete Pächter Robert Rubli das Feld am 6. April 99 zur Ein­saat vor. Abends erfolgte diese von Hand durch unser Vorstandsmitglied Roger Brunschwiler. Von einer Aussaat mit der Maschine ist abzuraten, da die Saatmischung 39 Arten von Samen von unterschiedlichster Grösse enthält, sodass die Maschine kaum optimal eingestellt werden kann. Am gleichen Abend wurde der Samen leicht eingewalzt, gleich darauf begann es zu regnen, - besser hätten wir es uns nicht ausdenken können.

Die Buntbrache war bereits im letzten Jahr eine Augenweide. Zudem stellten wir keine Problempflanzen fest, welche zu jäten gewesen wären. Wir schreiben dies den optimalen Bedingungen bezüglich Bodenbe­schaffenheit und Exposition, den idealen Wetterbedingungen bei der Aussaat und natürlich der guten Qua­lität des Saatgutes zu. Auch aus der Bevölkerung erhielten wir verschiedene positive Signale. Die Kosten für Saatgut und Zaun wurden uns von der Dr. Bertold Suhner-Stiftung vollumfänglich vergütet. Wir hoffen, dass diese Buntbrache eine Signalwirkung hat und sich noch mehr Bauern zur Anlage einer solchen ökologi­schen Ausgleichsfläche entscheiden.

Für die Käuze und vor allem für die Leiter war es ein sehr intensives Jahr. Mit Michael Stocker waren wir im Februar den Bibern auf der Spur und  im Verkehrshaus Luzern verfolgten wir im IMAX-Kino eine Biberfami­lie unter Wasser; im März boten wir den Kindern Gelegenheit, Amphibien aus nächster Nähe zu betrachten und anzufassen; im April erlebten wir das Erwachen des Waldes; im Juni bikten wir zum Nussbaumersee und im Juli verbrachten wir ein Wochenende in einer Waldhütte im Randen. Im September streiften wir, unter kundiger Leitung,  durch den Rheinauer Forst auf der Suche nach Pilzen. Im Oktober besuchten wir eine Pilzausstellung und im November besuchten wir den Wildpark Langenberg. Auch für das Jahr 2000 sind wieder viele Aktivitäten geplant!

Nach wir vor bereichert der NVDU mit seinen Veranstaltungen das kommunale Angebot. Unsere Vorträge und Exkursionen haben durch den Beizug qualifizierter Referentinnen und Referenten einen ausgezeichne­ten Ruf und würden durchaus einen besseren Besuch verdienen. Unterhalt und Pflege der Naturschutzge­biete fordern uns voll, denn die ganze Arbeit wird von einigen wenigen aktiven Vereinsmitgliedern geleistet. Neue Helfer lassen sich leider kaum finden. Glücklicherweise harmoniert der derzeitige Vorstand in seiner aktuellen Besetzung ausgezeichnet, so dass ein Engagement in unserem Verein auch Freude macht.

Nach wie vor ist unser Einsatz bitter nötig; wir könnten durchaus noch mehr tun und unsere Aktivitäten auf weitere Gebiete ausweiten. Z.B. könnten wir vermehrt politisch agieren, um den Anliegen des Natur- und Umweltschutzes besser zum Durchbruch zu verhelfen. Unsere Arbeitskapazitäten sind jedoch schnell erschöpft, insbesondere da unsere Vorstandsmitglieder bereits Mehrfachfunktionen ausüben und auch die Familien ihrer Aufmerksamkeit und Zuwendung bedürfen. Wir bedanken uns bei den Vorstandskollegen für ihren Einsatz, bei allen Mitgliedern, welche tatkräftig mitgeholfen und auch allen, welche uns finanziell unterstützt haben. Wir hoffen sehr, dass Sie uns weiterhin Ihre Unterstützung zukommen lassen und Sie, wo auch immer, Ihren ganz persönlichen Beitrag zum Schutze unserer Umwelt leisten.

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