Im Schutzgebiet „Risi“ sind die vom Sturm „Lothar“ gefällten Fähren durch den Forstdienst vollumfänglich entfernt worden. Da nun keine liegenden Bäume mehr vorhanden sind, ist die Pflege deutlich einfacher. Dafür lässt der vermehrte Lichteinfall das Unterholz schneller wachsen. Die Risi erfordert also weiterhin unsere Pflegeeinsätze um als Refugium für seltenen und geschützte Pflanzen, insbesondere auch verschiedene Orchideenarten, dienen zu können. Die Ausbreitung der kanadischen Goldrute, welche unsere einheimische Flora in kurzer Zeit komplett zu verdrängen vermag, konnte durch temporäres Abdecken mit schwarzer Folie erfolgreich verhindert werden.

Im Schutzgebiet „Usser Rhihalden“ haben wir im vergangenen Jahr wiederum Pflegeeinsätze im Umfang von 63 Arbeitsstunden und 11 Maschinenstunden geleistet. Wir müssen uns bewusst sein, dass diese, vom Kanton vergüteten Pflegeeinsätze nebst den Mitgliederbeiträgen unsere wichtigste finanzielle Einnahmequelle sind. Zusätzlich vergab der Kanton Pflegeeinsätze an ein privates Unternehmen. Rund 40 KV-Lehrlinge einer grossen Versicherungsgesellschaft leisteten ebenfalls Pflegeeinsätze. Während der von der Rucksackschule Zürich organisierten Aktion arbeiteten zwei mal 20 Lehrlinge jeweils einen halben Tag an der Rheinhalde. Für die Lehrlinge war dies kein „Zuckerschlecken“. Wir beauftragten sie nämlich mit etwa der schlimmsten Aufgabe, nämlich dem Entfernen von Brombeeren samt Wurzeln. Wie mehrere abgebrochenen Wekzeugstiele belegen, wurde dieses Arbeit von den Lehrlingen mit grossem Einsatz zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt. Einem ähnlicher Einsatz in der Risi einen Tag danach, ohne Aufsichtsperson von uns, war weniger Erfolg beschieden. Die Lehrlinge fällten zwar einen Baum, der eigentliche Auftrag wurde nur in Ansätzen erledigt.

Nebst dem Entbuschen in der Rheinhalde selber haben wir dieses Jahr die Hecke entlang des Wanderweges aufgelockert und den Wegrand gemäht. Dem Spaziergänger und Wanderer bieten sich nun wieder jene reizvolle Aussichten in den blühenden Hang und auf den Rhein hinunter, wie sie bis vor ca. 50 Jahren möglich waren.

Die Buntbrache im Mettli bescherte uns 2001 keinerlei Aufwand, dafür wieder eine einzigartiege Blütenptracht. Aber auch die verschiedenen Samenstände im Herbst/Winter sind sehenswert. Vor allem wertvolle sind sie aber für ein Vielzahl von Vögeln, welche sich mit Genuss darüber hermachen. Unübersehbar ist der Wandel der vorherrschenden Arten, die natürlich fortschreitende „Sukzession“ von den Pionierarten zu den mehrjährigen Stauden. Soll die Buntbrache erhalten bleiben, muss diese „Sukzession“ gestoppt werden. Nach einigen Jahren wird daher ein Teil der Buntbrache umgebrochen, die im Boden verbliebenen Samen der Pionierpflanzen finden dann wieder ideale Bedingungen und keimen. Auf diese Weise wird die Buntbrache ständig regeneriert.

 

Im Anschluss an die statutarischen Geschäfte bieten wir unseren Mitgliedern jeweils interessante Vorträge an. Mit der Wahl des Themas „Wolf“ stiessen wir auf eine gute Resonanz, wurde die Veranstaltung doch von rund 50 Personen besucht! Der Vortrag wurde uns vom Projekt “Mensch und Wolf“ vermittelt. Dieses Projekt wurde von Catherine S. Habegger aus Walzenhausen ins Leben gerufen und dient dem Zweck, alte Vorurteile zu beseitigen und dem Wolf eine Rückkehr in die Schweiz zu ermöglichen. Die Tessiner Wldbiologin Cristina Boschi verstand es denn auch ausgezeichnet, den Zuhörern dieses intelligente Tier näherzubringen. Dazu dienten faszinierende Dias, teilweise begleitet mit Wolfsgeheul ab Band. Die von Cristina Boschi am Schluss zitierten Worte des Indianerhäuptlings Chief Dan George hinterliessen ein begeistertes aber auch ein nachdenkliches Publikum: „ Wenn Du zu den Tieren sprichst, werden sie zu dir sprechen und ihr werdet euch kennen. Wenn du nicht zu ihnen sprichst, wirst du sie nicht kennen. Was du nicht kennst, davor wirst du dich fürchten – und was man fürchtet das zerstört man“.

Als eine der Auflagen in Zusammenhang mit der Bewilligung der Golf Driving Range war vom Kanton die Anlage einer Hecke gefordert worden. Der Besitzer Robert Rubli ist dieser Auflage sehr groszügig nachgekommen und beabsichtigte eine grössere Fläche am Ende des Uebungsfeldes zu bepflanzen. Er gelangte an den NVDU mit der Bitte um Beratung und Unterstützung. Unser Fachmann Roger Brunschwiler berechnete einen Bedarf von ca. 450 Pflanzen und der Vorstand beschloss eine Pflanzaktion durch NVDU-Mitglieder. Am Nachmittag des 17.3.01 versammelten sich dann über 20 Helferinnen und Helfer, vorwiegend Kinder auf dem Felde. In der lockeren Erde war das Ausheben der Pflanzlöcher kein Problem und in perfekter Teamarbeit waren alle Pflanzen nach 2 Stunden gesetzt. Anschliessend wurden alle Helfer von Maja und Robert Rubli grosszügig mit Speis und Trank versorgt. Es war eine gelungene Aktion, an welcher sich insbesondere die Kinder mit grossem Eifer beteiligten. Inzwischen sind die Heckenpflanzen gut angewachsen. Die vormals an landschaftlichen Strukturelementen sehr karge Agrarlandschaft erhielt mit der Hecke ein prägendes Element mit ökologische sehr wertvollen Funktionen.

Gerne richten wir unseren Blick auf ferne Länder, wenn es um kulinarische Spezialitäten geht. Nur wenige aber kennen das einheimische Angebot, welches unsere unmittelbare Umgebung zu bieten hat. Wir engagierten deshalb ein Expertinnenteam, welches das Sammeln und Zubereiten unserer heimischen Wildkräuter aus Wald und Wiese am praktischen Beispiel aufzeigte. Frau Maya Dal Cero-Messmer kennt die Wild­kräuter unserer Wäl­der und Wiesen. Frau Claudia Schär ver­steht es, daraus einen Wild­kräuter­schmaus zuzubereiten. Am Morgen des 19. Mai 2001 wurden gemeinsam Wildkräuter gesammelt. Dann ging‘s in die Kochschule im Ober­stufenschulhaus Uhwiesen, wo die Kräuter unter kundi­ger Leitung zu einem feinen Mehrgangmenu zubereitet wurden. Und anschliessend wurde genossen wer­den was die heimische Natur zu bieten hatte. Die Beteiligung war auch hier sehr gut.

 

Am 1. September hatten sich 30 Personen angemeldet. Leider mussten wir den Ausflug wegen schlechten Wetters verschieben. Das Wetterglück war den 11 Personen aber auch am Verschiebungsdatum nicht hold. Es regnete nur einmal. Unverdrossen stapften wir das Lorzetal hinauf. An einem Picknickplatz brieten wir unsere Würste und spielten. Dann gings weiter zu den berühmten Tropfsteinhöhlen, die uns mit ihren Stalagmiten und Stalagtiten faszinierten. Vor allem die Kinder packte die Abenteuerlust. 

Das Thurmündungsgebiet ist das größte Auengebiet der Schweiz von nationaler Bedeutung. Sicher ein Grund, unsere Mitgliedern und weiteren Interessierten über dieses Gebiet in unmittelbarer Nachbarschaft zu informieren. Trotz sehr schlechten Wetters fanden sich über 20 Personen zu dieser Veranstaltung ein. Unsere Exkursionsleiterin Frau Anna Belser hat sich anlässlich einer Studie sehr intensiv mit der Thurlandschaft befasst und verfügt daher über profunde Gebietskenntnisse.

Auf der Wanderung durch die Unteren Thurauen erklärte uns Anna Belser die einmalige ökologische Vielfalt des Gebiets. Bei verschiedenen Zwischenhalten erfuhren wir viel wissenswertes und Interessantes über die Weichholzaue und die zu ihrem Überleben notwendigen Überschwemmungen. Zu sehen waren auch die Frassspuren des Bibers, welcher sich in den Thurauen offenbar sehr wohl fühlt. Selbstverständlich waren auch die vom Kanton durchgeführten Planungen zum Hochwasserschutz und zur Auenlandschaft Thurmündung Thema der Exkursion. Sie bilden die Grundlage dazu, dass eine vermehrt naturnahe Entwicklung der Thur umgesetzt wird.

Diese Veranstaltung ist eines der 160 Angebote aus dem Programm „Erlebnis Natur“ des Rheinaubundes. Die Anlässe aus diesem Programm lassen sich auf einfachste Weise zu fixen Konditionen bestellen (www.rheinaubund.ch).

Als wir bei der Sternwarte ankamen, fiel Schnee. So wurden wir von Hr. Schmid direkt ins Planetarium geführt, wo wir zuerst mit einer interessanten Diashow ins Weltall entführt wurden. Danach projizierte der Astronom die Sterne an die kleine Kuppel und konnte den 18 Anwesenden auf anschauliche Weise die Sternbilder und den Lauf der Sterne zeigen. So verflog die Zeit. Zum Schluss wollten wir wenigstens noch das Teleskop anschauen. Jetzt merkten wir, dass die Wolkendecke aufgerissen war und die Sterne hervorkamen! Wir hatten noch Gelegenheit, den Saturn mit seinen Ringen zu betrachten. 

Unser Verein hat die beachtliche Mitgliederzahl von 72 erreicht. Das ist sehr erfreulich, denn die steigenden Mitgliederzahlen beweisen zumindest ein ideelles Engagement für den Erhalt einer lebenswerten Umwelt. „Zumindest“ bedeutet allerdings auch, dass sich leider nur ein kleiner Teil der Mitglieder im Verein aktiv engagiert. Andererseits wissen wir, dass sich viele unserer Mitglieder in ihrem ganz privatem Umfeld für die Belange des Natur und Umweltschutzes einsetzen. Dazu ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, sei es im Haushalt, am Arbeitsplatz, in der Kindererziehung oder - was sehr wichtig ist - auch bei der Ausübung unserer Volksrechte.

Ich denke, dass wir der Oeffentlichkeit auch im vergangenen Vereinsjahr ein vielfältiges, interssantes und qualitativ hochstehendes Veranstaltungsprogramm geboten haben. Mit den Teilnehmer- bzw. den Besucherzahlen könne wir ebenfalls zufrieden sein. Etwas frustrierend ist die Tatsache, dass jeweils die Mehrzahl der Besucher nicht aus der Dachsener Bevölkerung, sondern von Auswärts kommt. Pflanzaktionen sind immer gut besucht. Hier handelt es sich vorwiegend um Väter oder Mütter mit ihren Kindern. Solche Aktionen sind eben für verantwortungsvolle Eltern ein gutes Mittel, ihre Kinder für die Anliegen des Naturschutzes zu begeistern. Bei der Mobilisierung von Helfern für Pflegeeinsätzen in unseren Schutzgebieten handelt es sich durchwegs um die selben „Getreuen“, welche sich dafür zur Verfügung stellen. Insbesondere im steilen Gelände „Usser Rhyhalden“ handelt es sich eben weniger um „Plauschaktionen“, sonder um Arbeit, die Geduld und Ausdauer fordert.

Ich danke meinen Kollegen aus dem Vorstand, die mit grossem Einsatz nicht nur Ideen kreierten, sondern sich substantiell für die Vereinsinteressen eingesetzt haben und dabei viel Freizeit geopfert haben. Ich bedanke mich aber auch bei allen Helferinnen und Helfern, welche an der Heckenpflanzaktion oder bei den Pflegeeinsätzen mitgemacht haben. Danke auch all jenen, welche uns den Mitgliederbeitrag pünktlich überwiesen haben oder uns ideell unterstützten.

Da Sie dieses Schreiben noch sehr früh im neuen Jahr erhalten, möchte ich die Gelegenheit benützen, Ihnen gute Gesundheit, Erfolg und alles gute für das Jahr 2002 zu wünschen.

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