Die Zahl von drei öffentlichen Veranstaltungen ist im Berichtsjahr im Vergleich zu anderen Jahren geringer. Alle Anlässe waren dafür von sehr hoher Qualität und mit der Organisation der kantonalen Exkursion haben wir uns weit über unsere Region hinaus einen guten Namen ge­macht. Ausser den öffentlichen Anlässen kommt noch die vereinsinternen Pflege unserer Schutzgebiete dazu, dies waren immerhin 8 Arbeitseinsätze.

Ich weiss, dass geschäftliche und familiäre Verpflichtungen bei fast allen Vorstandsmitgliedern weiter zugenommen haben. Um so mehr möchte ich mich bei meinen Kollegen für ihr Engage­ment im Verein herzlich bedanken. Mein Dank geht aber auch an alle, welche sich für Pflege­einsätze zur Verfügung stellen und an alle Mitglieder, welche uns finanziell und ideell unterstüt­zen und uns damit die Weiterführung unserer Arbeit für Natur und Umwelt ermöglichen. 

Die Gruppe existiert nun schon seit 5 Jahren und bietet interessierten Jugendlichen Mittelstu­fenschülern ein tolles Programm. Folgende Anlässe wurden durchgeführt:

Käuze helfen dem Eisvogel Besuch des Pro Natura Schiffes j Vogelkundliche Morgenexkursi­on I Besuch eines schönen Bienenhauses j Wir beobachten Eisvögel bei der Jungenfütterung j Familienexkursion an einem Frühsommerabend Insekten im Felde erleben j Wie Tiere über­wintern j Wir bauen Nisthilfen für Wildbienen j Besuch in der Igelstation j "Heuete" im Natur­schutzgebiet I Exkursion in den Tierpark Bruderhaus j Nistkasten leeren und Jahresabschluss

Das Halbjahresprogramm des nächsten Jahres besteht ebenfalls schon. Das erste Mal werden Jungleiter, die nun schon seit 5 Jahren dabei sind, einen eigene Anlass organisieren und durch­führen!

Diese von uns organisierte Exkursion wurde im Jahresprogramm des Zürcher Vogelschutzes publiziert. Der späte Zeitpunkt Anfang November mit dem Risiko für schlechtes Wetter und die unberechenbare Zahl der Teilnehmer verlangten eine sehr umsichtige Planung. Wir entschie­den uns für einen kombinierten Anlass, Exkursion und Vortrag unter Dach. Die Durchführung er­folgte in zwei nach Thematik getrennten Gruppen, Amphibien und Kleinsäuger.

Das Wetter war miserabel, denn es regnete in Strömen. Überraschenderweise entstiegen dem Postauto trotzdem eine Menge Leute. Zusammen mit den privat angereisten Teilnehmern nah­men an der Exkursion ca. 40 Leute teil. Der als Vortragsraum gewählte, natürlich beheizte Stall des Gutsbetriebes Fintan mit ca. 80 Rindern ergab einen faszinierenden Rahmen. Der auf Kleinsäuger spezialisierte Zoologe Markus Wüst verstand es ausgezeichnet, die Zuhörer in die Welt der Kleinsäuger zu entführen. Insbesondere die Kontrolle der am Abend vorher gestellten Lebendfallen in Hecken und an Waldrändern auf der anschliessenden Exkursion war sehr • spannend. Aber auch Dieter Baach, unser .hauseigener" Spezialist für Vögel und Amphibien bewährte sich einmal mehr. Die Lebensweise und die Strategie der Amphibien, den Winter zu überleben, dürfte vielen Teilnehmern vorher völlig unbekannt gewesen sein.

Der in der Pause beim Gruppenwechsel angebotene Glühmost fand besonders bei den aus dem strömenden Regen heimkehrenden Exkursionsteilnehmern reissend Absatz. Die Kanne wurde bis auf den letzten Tropfen ausgewunden. Martin Ott, welche uns als Vertreter des Guts­betriebes Fintan begrüsste, setzte einen zusätzlichen Akzent mit seinen Informationen über den nach biologisch-dynamisch geführten grossen Landwirtschaftsbetrieb. Wir glauben, dass den Teilnehmern unsere Exkursion nicht nur wegen der interessanten Referate und Exkursionen, sondern auch wegen der besonders "feuchten Umstände" und der originellen; Räumlichkeit noch lange in Erinnerung bleiben wird. 

Thema und die Art der Durchführung garantierten eigentlich schon im Voraus eine gelungene Entdeckungsreise in die Welt der Kleinlebewesen unserer Flüsse und Bäche. Für einen solchen Anlass eignet sich das Naturschutzzentrum Haumüli auf hervorragende Weise. Inmitten vielfäl­tiger Lebensräume, insbesondere auch Bäche und Weiher, liegt die sehr schön restaurierte .Haumüli", erstmals erwähnt 1365. Dort befindet sich ein grosser Schulungsraum, ausgestattet mit Binokularen und verschiedenen Gerätschaften zur Gewinnung und Untersuchung von Pro­ben aus dem Wasser.

Unter Anleitung der Biologin Barbara Mayer suchten die Kinder im nahegelegenen Bach nach Kleinlebewesen. Anschliessend wurde in die Haumüli disloziert, wo diese Tierchen mit Hilfe der Binokulare eingehend betrachtet werden konnten. Besonders eindrücklich war die Beobachtung mit der von Barbara Mayer mitgebrachter Video-Mikroskopie-Einrichtung auf einem Bildschirm. Gespannt lauschten die im Halbkreis vor dem Bildschirm versammelten Kinder den Erklärungen der Exkursionsleiterin zur Biologie und dem Lebensraum dieser im Normalfall kaum wahrge­nommenen Lebewesen.

Übrigens, die Haumüli wäre auch mal einen Familienausflug wert, insbesondere wenn die durch Wasserkraft betriebene restaurierte Säge In Betrieb ist. 

Die IG Schaffhauser Vogelschutz und der Thurgauer Vogelschutz hatten zwei Sondervorfüh­rungen des neuen Films über die Wunder der Zugvögel für ihre Mitglieder reserviert. Auch wir erhielten eine Einladung. Da wir diesen Anlass mit unserer Generalversammlung kombinieren wollten, verlangte die uns relativ kurzfristig gebotene Gelegenheit einen hohen Einsatz der Vor­standsmitglieder. Der zahlreiche Besuch der Veranstaltung und der Film selber lohnte jedoch den Aufwand. Die an der GV teilnehmenden Mitglieder wurden kollektiv per Bus nach Stein am Rhein gebracht. Weitere Familien fuhren mit dem Privatwagen.

Die wunderschönen Flugaufnahmen vermittelten den Zuschauern die Vision, selber mit Gän­sen, Kranichen und anderen Zugvögeln auf ihrer weiten Reise von den Brutgebieten in die Win­terquartiere zu fliegen. So eindrücklich und haut- bzw. federnah hat bestimmt noch niemand die Faszination des Vogelzuges erlebt! Der Film von Jacques Perrin war es wirklich wert gesehen zu werden! 

Auch im vergangenen Berichtsjahr haben wir verschiedene Pflegeeinsätze in den Schutzgebie­ten .Rlsl" und .Usser Rihalden" durchgeführt. In der .Rlsl" haben wir insbesondere mit den rasch nachwachsenden Espen (Zitter-Pappel) zu kämpfen, welche Flächenweise den Boden völlig durchwurzelt haben. Aber auch Föhren gedeihen wie gesät. Ein Teil dieser Föhren wird mit der Zeit die grossen Lücken, welche der Sturm .Lothar" hinterlassen hat, wieder schliessen. Die Föhren werden vom Rehbock zum Fegen des Geweihs sehr geschätzt. Wir brauchen also le­diglich alle paar Jahre die überzähligen Föhren auszulichten. In der Risi wurden bisher die fol­genden Orchideen festgestellt: Helm-Knabenkraut; Dunkelrote Sumpfwurz; Mücken­-Händelwurz; Grosses Zweiblatt; Weisses Waldvögelein; Langblättriges Waldvögelein; Rotes Waldvögelein; Waldhyazinthe; Pestwurz. Vor allem in den Hanglagen blüht die Küchenschelle sowie die" Astlose Graslilie.

In .Usser Rihalden" ist die Pflege äusserst mühsam; das Gelände dort ist sehr steil und das Hantieren mit dem Freischneider erfordert eine gute Kondition. Der Kanton hat wiederum einen Teil der Pflegearbeiten an die Firma Grünwerk vergeben. Der Aufwand für uns allein wäre nicht mehr zu schaffen. Probleme machen insbesondere die Brombeeren, welche mit raffinierten Strategien innert kürzester Zeit grosse Flächen erobern.

Inzwischen haben wir die Pflegeeinsätze optimiert, indem 1-2 Leute maschinell auslichten. In einem späteren Einsatz mit ca. 5 Helferinnen wird das Buschwerk zu Haufen geschichtet und noch später teilweise verbrannt. Das Liegenlassen in den wertvollen Flächen zieht unweigerlich Brombeeren nach sich, denn dort kann nicht gemäht werden.

Insgesamt haben wir ca. 60 Mannstunden und ca. 40 Maschinenstunden Pflegearbeiten geleis­tet, welche uns vom Kanton vergütet wurden. 

Die eine Hälfte der Buntbrache im Mettli wurde letztes Jahr umgepflügt. Dies bedeutet nicht et­wa eine andere Nutzung, sondern eine Regeneration. Damit wird das im Boden vorhandene Samen potenzial freigesetzt. Ohne Bodenbearbeitung alle paar Jahre würde die Buntbrache verganden und mit der Zeit verbuschen. Dieses Jahr soll die andere Hälfte umgepflügt werden.

Die Hecke beim Riethof entwickelt sich prächtig. Roger Brunschwiler hat beobachtet, dass durchziehende Zugvögel hier Rast machen und nach Insekten jagen. Es handelt sich um die sehr seltenen Goldammern, Braunkehlchen und Steinschmätzer. Es wäre schön, noch weitere Grundeigentümer zu finden, welche bereit wären, Hecken anzupflanzen. 

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