Wie jedes Jahr haben wir auch im Berichtsjahr in den Schutzgebieten „Risi“ und „Usser Rhihalden“ Pflegeeinsätze durchgeführt. Es wurden insgesamt 85 Arbeitsstunden von 9 Helferinnen und Helfern geleistet. Dazu kamen 25,5 Maschinenstunden. Diese Einsätze wurden vom Kanton mit einem Betrag von Fr. 1980.00 vergütet. Auch wenn die Vergütung pro geleistete Stunde lediglich 15 Franken beträgt, kommt doch eine stattliche Summe zusammen, welche nebst den Mitgliederbeiträgen unsere grösste Einnahmequelle darstellt. Primär aber geht es jedoch um den Erhalt der Lebensbedingungen für eine seltene und geschützte Flora sowie Insekten und Kleintiere.

Die Arbeiten an der Rheinhalde werden bereits seit Jahren im Auftrag des Kantons durch die Firma Grünwerk unterstützt. Im Berichtsjahr konnte Grünwerk mit dem vorhandenen Budget alle Entbuschungsarbeiten ausführen, sodass der NVD lediglich noch aufzuräumen brauchte. Die Unterstützung durch Grünwerk ist sehr wichtig, da wir die nötigen personellen Ressourcen zur Pflege der gesamten Flächen gar nicht haben.

Die Buntbrache im Mettli wurde 1999 angesät und stellt in unserer intensiv genutzten Agrarlandschaft weiterhin ein einzigartiges Refugium für  viele Pflanzenarten dar, welche früher auf unseren Feldern weit verbreitet waren. Mit der Perfektionierung der Samenreinigung und dem Einsatz vieler verschiedener chemischer „Hilfsstoffe“  wurden diese Kräuter inzwischen beinahe ausgerottet. Das ganze Jahr erfreut die Buntbrache das Auge der Wanderer, während des Sommers mit einer grossen Blütenpracht und im Winter mit den Formen zahlreicher Fruchtstände, deren Samen vielen Vögeln als Nahrung dienen.

Die Hecke beim Riethof entwickelt sich weiter und kann nun auch von der Rheinauerstrasse gut wahrgenommen werden. Auch sie ist sozusagen eine „Fluchtburg“ und ein Refugium für zahlreiche Vögel und Kleinsäuger. Mit dem Ausbau der A4 sind verschiedene Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen geplant, so auch die Renaturierung des Rötibaches mit einem Kleintierdurchlass unter der A4 hindurch. Diese Massnahme wird den Bachlebensraum entscheidend aufwerten und zur Vernetzung verschiedener Lebensräume beitragen.

Peter Diethelm, Biologielehrer im Kanton Zürich, ist passionierter Vulkanologe, der seit Jahren Vulkane in allen Erdteilen besucht und den aktuellen Ätna-Ausbruch hautnah miterlebt und dokumentiert hat. Als sich am 7. Dezember 2002 während eines Schneesturms die Eruptionssäule des Vulkans, bestehend aus roten Vulkanbomben, Lapillis, heisser Asche und Gasen über seinem Unterstand entlud, rettete Diethelm sich in letzter Minute ins Freie. Das Haus versank in der heissen Asche. Der Vulkanologe hatte Glück: seine Flucht durch den Vulkanbomben-Hagel bescherte ihm keine Verletzungen ausser Schrammen, Beulen und einer durchlöcherten Windjacke.

Diese und andere Erfahrungen dokumentierte Peter Diethelm mit einmaligen Dias und Videos. Der Vortrag war sehr spannend und stellte einen absoluten Besucherrekord dar; der Singsaal des Oberstufenschulhauses Uhwiesen war total voll. Der Referent verlangte jedoch von den Zuhörern sehr viel Geduld. Er überzog die vorgesehene Vortragsdauer nämlich ganz gewaltig, insbesondere zeigte er unzählige z.T. sehr ähnliche Dias. Eine Mehrheit der Besucher verzieh dies offenbar dem Referenten, einerseits des interessanten Themas wegen, anderseits war die „vulkanologische Besessenheit“ des Referenten doch sehr offensichtlich. 

Vielen Leuten scheinen die Jäger eine besondere Sorte Mensch zu sein. In Richtung exklusive Gesellschaft vielleicht, über dem gewöhnlichen Volk thronend. Auch etwas Unheimliches scheint ihnen anzuhaften, vielleicht weil sie sich oft in Deckung aufhalten und plötzlich wie ein Geist aus dem Nichts auftauchen. Was die Jäger ausser Jagen sonst noch machen, darüber herrschen sehr diffuse Vorstellungen. Der Naturschutzverein Dachsen und Umgebung lud deshalb zu einer Veranstaltung ein, welche den interessierten Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die Jagdkunde und das Jagdwesen in unserer Region gab. Die sehr aufwendige Veranstaltung mit einem Rundgang zu drei Posten und der Präsentation zahlreicher Tierpräparate wurde schliesslich vollumfänglich von der Jagdgesellschaft Kohlfirst organisiert. Zur Informationsvermittlung stellten sich die Herren Jörg Roth, Thomas Haas und Markus Schiess von der Jagdgesellschaft Kohlfirst zur Verfügung. Massgebend beteiligt war auch unser Mitglied Christoph Küpfer.

Auch diese Veranstaltung war sehr gut besucht. Der anschliessende „Aser“ wurde rege für intensive Diskussionen benutzt. Es wurden auch grundsätzliche Fragen, so auch zur Wasservogeljagd diskutiert und nicht immer waren sich Vogelschützer und Jäger einig. Trotzdem - oder gerade deswegen war es eine gute Veranstaltung zu welcher in verschiedenen Tageszeitungen Berichte erschienen. Insbesondere bedanken wir uns bei der Jagdgesellschaft Kohlfirst für die aufwändige Organisation und das gute Gelingen!

Die Unterschutzstellung des Bibers einerseits, aber auch die Revitalisierung von Gewässern, sowie die Öffnung eingedohlter Bäche hat den Biber-Lebensraum soweit verbessert, dass der Biber seit der ersten Wiederaussetzung im Jahre 1956 bei uns  Fuss fassen konnte. Seither vermehren sich die Biberkolonien ständig und erobern laufend neue Gewässerlandschaften. Unübersehbar sind die Spuren des Bibers auch bei uns. Auch den vor wenigen Jahren ausgedohlten Abfluss des Uhwieser Weihers hat der Biber zu seinem Revier gemacht. Mit unermüdlichem Einsatz hat das geschickte Tier den Abfluss an mehreren Stellen mit perfekten Dämmen eingestaut und das Gewässer so auf die eigenen Bedürfnisse optimiert.

Der Naturschutzverein Dachsen lud daher zu einem Besuch beim Uhwieser Biber ein. Die Exkursion erfolgte unter kundiger Leitung der Biologin Bettina Sättele, Biber-Schutzbeauftragte des Regierungspräsidiums Freiburg iBr. Die Veranstaltung war gut besucht, insbesondere von Familien. Die Referentin vermochte das Thema sehr spannend darzustellen. Die auffälligen „Arbeitszeugnisse“ des geschäftigen Bibers, sowie verschiedene Präparate waren dazu natürlich sehr hilfreich. Die zahlreichen Fragen verwiesen auf ein hohes Interesse der Besucherinnen und Besucher an diesem faszinierenden Tier.

Eine ganze Stunde lang entführte Fritz Bucher die etwa 20 Anwesenden mit wunderschönen Dias in die Naturschutzgebiete rund um Afrikas höchsten Berg. Er zeigte uns die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt des weltberühmten Ngorongoro-Kraters und liess uns dann teilhaben an der nicht ungefährlichen Besteigung des fast 6000 Meter hohen Kilimanjaros.

Der Chatzenweiher liegt an der Gemeindegrenze zu Rheinau. Er entstand durch den Bau der Eisenbahn, indem das Trasse den tiefen Einschnitt des Höllbachtobels kreuzte und den Höllbach aufstaute. Der Chatzenweiher wirkt eher düster, er ist durch Bäume stark beschattet und völlig vegetationslos. Infolge des defekten Ablaufs treten zudem starke Wasserspiegelschwankungen auf. Bereits 1990 beschäftigte sich unser Verein mit der Idee einer ökologischen Aufwertung des Weihers. Eine Chance sahen wir darin, dass der defekte Ablauf im Rahmen der geplanten Hochwasserentlastung des Abistbaches endlich saniert worden wäre und die extremen Wasserspiegelschwankungen damit ausbleiben würden. Eine wichtige Voraussetzung für die Ansiedlung einer Ufervegetation. Nach dem Scheitern des Projektes der Hochwasserentlastung einerseits infolge hydrogeologischer Probleme, aber auch der hohen Kosten für die Untersuchung des biologischen Zustandes (18'000 Franken) anderseits, verfolgten wir das Projekt vorerst nicht weiter. 

Wir haben die Idee nun aber wieder aufgenommen und wollen versuchen, die Aufwertung Schritt für Schritt umzusetzen, ohne gleich eine umfassende und wissenschaftlich fundierte und damit teure Totalsanierung durchzuführen. Mit dieser pragmatischen Methode gehen wir kaum ein finanzielles Risiko ein und das Projekt kann notfalls  jederzeit abgebrochen werden. Voraussetzung ist in jedem Fall die Mitarbeit der Gemeinden Dachsen und Rheinau, der SBB, sowie der angrenzenden Waldbesitzer. 

Die Jugendgruppe hat ihr 6. Jahr abgeschlossen und das mit ungebrochenem Elan. Auf dem Programm standen: Naturmuseum Frauenfeld / Tiere am Wasser / Fischzuchtanlage        Dachsen / Eisvogelexkursion / Solarbootbau / Übernachtung auf dem Irchel / Wasser / Bau einer Eidechsenmauer / Exkursion Husemersee / Bird Watch Day /  Arbeitseinsatz / Nistkastenaktion / Plauschnachmittag im Schnee.

Die Qualität unserer öffentlichen Veranstaltungen war einmal mehr hervorragend. Das spiegelt sich auch an der Besucherzahl. Auch die Resonanz in den Medien, insbesondere beim Vortrag über die Vulkane und bei der jagdkundlichen Exkursion war gut. Eher unbemerkt sind die jährlichen Feldeinsätze. Die jährliche Wiederholung nimmt dieser Tätigkeit nämlich den Reiz des Neuen und die Effekte sind nur dem interessierten Laien oder dem Experten bewusst. Man müsste sich überlegen, einmal mit der Presse und einem Botaniker eine Begehung vor Ort durchzuführen.

Ich möchte mich namens des Vorstandes bei allen, welche unseren Verein in irgend einer Weise unterstützt haben, herzlich bedanken. Mein besonderer Dank geht an den Vorstand, dessen Mitglieder allesamt trotz beruflicher und familiärer Pflichten ihre Vereinsaufgaben mit grossem Engagement erfüllen.

Da wir noch immer am Anfang des Jahres 2004 stehen, ist es noch nicht zu spät, allen unseren Mitgliedern und Sympathisanten ein gutes neues Jahr zu wünschen. 

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