Auf Gemeindegebiet Dachsen befinden sich drei Schutzgebiete von überkommunaler Bedeutung. Es sind dies Usser Rhihalden, Risi und Oberholz. Es handelt sich um sehr wertvolle Trockenstandorte mit vielen seltenen und geschützten Pflanzen. Der Schutz dieser Gebiete erfolgte auf Initiative unseres Vereins durch eine Verfügung der Baudirektion im Jahre 1988. Wäh­rend die Pflege des Gebietes Ober­holz in der Verantwortung des pri­va­ten Besitzers steht, leisten wir in den Gebieten Risi und Usser Rhi­halden jedes Jahr Pflegeeinsätze. Im We­sentlichen geht es darum diese Flä­chen von Buschwerk frei­zuhalten und als Lebensraum für die Krautschicht zu erhalten. Im Berichtsjahr haben wir 110 Arbeits-stunden dafür aufge­wendet wovon 25 Stunden mit dem Rucksackmä­hern Gebüsch gemäht wurde. Die Vergütungen der Feldein­sätze durch den Kanton in der Grös­sen­ordnung von jeweils nahezu 2000 Franken sind für den Verein eine sehr willkommene Einnahmequelle.

 

Die Vorbereitung des Ackers als Saatbeet für die Buntbrache wurde durch den Bewirtschafter Robert Rubli durchgeführt. Die Ansaht selber erfolgte von Hand durch unmittelbare Anwohner gemäss den Instruktionen von Roger Brunschwiler, unseres technischen Leiters. Mit dem Engagement der unmit­telbaren Anwohner, alles Neuzu­züger, erreichten wir eine hohe Identifikation mit unseren Zielen, hier eine Buntbrache anzulegen. Im Anschluss wurde das ganze Feld mit der Zackenwalze einge­walzt. Die Buntbrache ist sehr schön ge­diehen, wenn auch nicht derart bilderbuchhaft wie unsere erste Buntbrache im Mettli. Die diesjäh­rige Flora dürfte gemäss den Prog­nosen der Fachleute aber noch schöner ausfallen. Von der Dr. Berthold Suhner-Stiftung er­hielten wir Fr. 1000.00 und von der Ge­meinde Fr. 500.00. Zulasten der Vereinskasse verblieben Fr. 265.00. Somit war die Budgetie­rung fast perfekt. Unsere Aktion fand in der Presse grosse Beach­tung.

 

Die Säuberung der ehemaligen Gartenparzelle und der Abbruch des Gartenhauses waren Vorausset­zung für die Anlage einer Buntbrache und das Pflanzen einer neuen Hecke. Diese Arbeit wurde von Mitgliedern des Naturschutzvereins während mehreren Einsätzen durchgeführt. Wir mussten insge­samt 4,76 Tonnen Bauschutt abführen. Dazu kamen noch 1,14 Tonnen Alteisen, welches uns vergü­tet wurde. Die alte Ligusterhecke wurde komplett entfernt. Bei diesen Einsätzen kam auch der Bagger zum Einsatz.

Schliesslich musste das Gelände mit dem Traktor gepflügt und anschliessend kultiviert werden. Am Samstag, den 19. März erfolgte das Pflanzen der sehr vielfältigen Hecke bestehend aus insgesamt 150 Pflanzen und 16 Sorten. Am 1. April erfolgte die Einsaat der Bunt­brache.

Während die Heckenpflanzen gut angewachsen sind und keine Ver­luste entstanden, stand die Bunt­brache in starker Konkurrenz mit vorher dort im verwilderten Garten ansässigen Unkräutern. Wir hoffen aber, dass sie sich im laufenden Jahr besser behaupten wird. Von der Dr. Berthold Suhner-Stiftung erhielten wir Fr. 1500.00 und von der Gemeinde Fr. 500.00. Zulasten der Vereinskasse verblieben ledig­lich Fr. 135.00, was eine seriöse Budgetierung belegt. Auch diese Aktion fand in der Presse gute Be­achtung.

 

Das Grundstück Parzelle Nr. 286 „Hansligraben“ direkt an das von uns gepachtete Grundstück „Gol­denberg“ angrenzend, befindet sich seit kurzem im Besitz von Herrn Hansjörg Rellstab. Das Grund­stück befindet sich innerhalb des Objektes Nr. 601 des regionalen Inventars schützenswerter Natur- und Landschaftsobjekte. Es ist zu ca. 1/3 mit Walbäumen bestockt. Die restlichen Flächen waren frü­her offenen Wiesen, z.Teil mit Obstbäumen bestanden, welche infolge fehlenden Unterhalts nun am Verbuschen sind. Dieses Grundstück ist auf Grund der Bestockung ein wichtiges landschaftsprägen­des Element und ist in der landwirtschaftlich intensiv genutzten Umgebung  Lebensraum und Rück­zugsmöglichkeit für zahlreiche Kleinsäuger, Reptilien und Vögel.

Das Unterfangen, die gesamte Parzelle total zu roden, war bereits in Ausführung und konnte in letzter Minute durch unsere Intervention gestoppt werden. Nach einem Au­genschein mit Behördevertretern des Kantons konnte ein Kompro­miss im Sinne einer Teilrodung erreicht werden. Wir warnten je­doch vor Wurzelausschlägen der gefällten Robinien. Auf Grund un­seres Angebotes entschloss sich Hansjörg Rellstab mit dem NVDU eine Pflegevereinbarung einzuge­hen, welche den Erhalt der land­schaftlichen Qualität und eine ökologische Aufwertung der Par­zelle zum Ziele hatte. Unsere Bedenken bezüglich Wurzelausschläge der gerodeten Robinien be­wahrheiteten sich. Im Folgejahr war die ganze Fläche übersäht mit Jungtrieben der Robinien. Entge­gen unseren Ratschlägen für wirksame Bekämpfungsmethoden erfolgte ein grossflächiger Herbizid­einsatz, welcher mit Sicherheit die Krautschicht zerstörte, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit bei den Robinien keine Wirkung zeigen wird.

Wir betrachten diesen Herbizideinsatz als unsachgemäss und ökologisch nicht zu verantworten. Des­halb haben wir die Pflegevereinbarung sistiert. Einsätze unserseits können dann erfolgen, wenn eine einvernehmliche Lösung bezüglich der eingesetzten Mittel und Methoden für Bepflanzung und Pflege gefunden wird. Zurzeit werden weiter, noch von uns angezeichnete Bäume gefällt.

Der in Dachsen wohnhafte Peter Spescha und seine Frau Beatrice haben ein besonderes Abenteuer hinter sich. Sie wollten sich aber nicht bequem im Auto durch die Landschaft chauffieren lassen, son­dern sie erleben. Sie wollten die Sonne auf der Haut spüren, das frische Gras sehen, die Wälder rie­chen und das Meer an die Felsen branden hören. Sie wollten die Landschaft und das Leben in sich aufnehmen. Das ist ihnen gelungen. Sie haben den Südosten Australiens, Tasmanien und Neusee­land erlebt. Sie haben den Regen gespürt, die kalte antarktische Luft, den stürmischen Wind, winterliche Temperaturen und eben, all das was sie sich erhofft haben.

Beatrice und Peter Spescha haben ihre grosse Reise mit vielen Bildern dokumentiert. Bilder grossartiger Landschaften, reicher und farbiger Natur, Bilder in allen Farben und Facetten, die im Anschluss an die GV des des Naturschutzverein Dachsen und Umgebung zeigten. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und die Besucher begeistert.

 

Der Gutsbetrieb ist 1998 vom Regie­rungsrat für eine 30-jährige Pacht an die Stiftung Fintan übergeben wor­den. Insbesondere soll der Betrieb dabei eine ökologische Aufwertung erfahren und für soziale Aufgaben erschlossen werden. Unter dem Dach dieser Stiftung sind in den letzten sieben Jahren diverse Be­triebe entstanden – eigenverantwort­lich, aber gemeinsam mit Mitarbeite­rinnen, Mitarbeitern und Lehrlingen, viele davon im geschützten Rahmen. Das Projekt Fintan gliedert sich heute in folgenden Bereiche: Biologisch-dynamische Landwirtschaft / biologi­sche Saatgutproktion / Mezgerei für biologische und innovative Fleisch­produkte / Sozialtherapie & Eingliederung / Kunstwerkstatt, Kurse, Ausbildung / Führungen, Vermie­tungs- und Restaurationsangebote.

Aus dieser Palette besichtigten wir den Landwirtschaftsbetrieb und die Saatgutproduktion, geführt vom Betriebsleiter Martin Ott. Nach kurzer allgemeiner Einführung über die Philosophie und Ge­schichte sowie einer Übersicht über die verschiedenen Betriebe werden die Teilnehmer mit Wagen und Traktor zu den wichtigsten Schauplätzen gefahren, wo umfassend orientiert wurde. Die mit viel Humor gewürzten Ausführungen von Martin Ott waren hochinteressant. Die Methoden des Bio-Saat­gut-Anbaues und die Qualität der erzeugten Produkte haben sicher manchen Teilneh­mer/Teilnemherin beeindruckt. Zum Abschluss gab’s im Rebberg den im Brunnen gekühlten Regent zu kosten.

 

Am letzten Herbstfest beteiligte sich auch unser Verein. Wir zeigten damals das alte Handwerk des Tüchelbohrens und hatten damit grossen Erfolg. (Tüchel sind die Wasserleitungen unserer Vorfah­ren) Diese Tätigkeit wurde früher auch in Dachsen ausgeübt, die notwendigem Föhrenstämme wur­den an der Rheinhalde gefällt. Am diesjährigen Herbstfest, welches in Dachsen stattfindet werden wir uns ebenfalls wieder beteiligen. Wir werden dabei den „Biber“ themati­sieren. Für Dachsen ein aktuelles Thema, beherbergt unsere Nach­bargemeinde Uhwiesen eine Bi­berpopulation, welche am Uhwie­ser Weiher und seinem Abfluss eindrückliche Spuren ihrer Tätigkeit hinterlässt. Für die Umsetzung unserer Präsentation am Herbstfest sind wir auf die Unterstützung weiterer Helferinnen und Helfer angewiesen. Wir werden in dieser Sache also nochmals auf Sie zu­kommen.

Die zwei öffentlichen Anlässe (Vortrag und Besichtigung) wurden ergänzt von Feldeinsätzen in der Risi, an der Rheinhalde, Steinboden, Goldenberg und Hansligraben. Für die Feldeinsätze benötigen wir tatkräftige Unterstützung, welche wir bisher auch immer erhalten haben. Oft sind unsere Einsätze aber nicht Grosseinsätze. Insbesondere werden für das Mähen mit dem Freischneider nur 1-3 Perso­nen benötigt. Da sich aus Sicherheitsgründen keine weiteren Personen im Gefahrenbereich aufhalten sollten, wäre die parallele Beschäftigung weiterer Helfer nicht zu verantworten.

Namens des Vorstandes bedanke ich mich bei allen Helferinen und Helfern für die tatkräftige Unter­stützung. Ebenso bei allen Vereinsmitgliedern, welche uns ideell und finanziell unterstützen. Bei mei­nen Kollegen im Vorstand möchte ich mich ebenfalls herzlich für ihre Mitarbeit und das Mitdenken bedanken.

Joomla Template by Joomla51.com