Das Schutzgebiet Risi hat eine überregionale Bedeutung. Es ist eine alte Kiesgrube, welche beim Bau der Eisenbahnstrecke Winterthur-Schaffhausen ausgebeutet wurde. Die Risi ist ein lichter, hauptsächlich mit Föhren bestandener Wald mit einem besonderen Mikroklima. Dort gedeiht eine reiche Krautschicht mit seltenen und geschützten Pflanzen, ebenso kommen dort auch verschiedene Orchideenarten und die Küchenschelle vor. Das Schutzgebiet „Usser Rhihalden“ ist der Steilhang zwischen dem oberen Bunker und dem Lachshüttenweg. Es handelt sich ebenfalls um ein Pflanzenschutzgebiet. Beide Gebiete sind aufgrund der vielfältigen Flora auch Lebensraum für viele Insekten und sind deshalb auch für Vögel interessant. Usser Rhihalden beherbergt zudem sehr viele Eidechsen.

Beide Gebiete müssen jährlich von unerwünschtem Buschwerk befreit werden, ansonst die Krautschicht durch das wuchernde Buschwerk mit der Zeit wieder verschwinden würde. Der Pflegeaufwand in der Risi betrug im Berichtsjahr 60 Arbeitsstunden, wovon 33 Stunden Maschineneinsatz mit dem Freischneider sind. Die Pflege des Gebietes „Usser Rhihalden“ wird vom Kanton bereits seit Jahren an die Firma „Grünwerk“ vergeben. An der extremen Hanglage mit dem Rucksackmäher zu entbuschen ist nämlich ein äusserst schweisstreibendes Geschäft, welches nur geübten Fachkräften zugemutet werden kann. Wir beschränken uns jeweils auf das Abräumen des Schnittgutes, eine Arbeit, welche in nächster Zeit durchgeführt wird.

Der ursprüngliche Baumbestand waren vorwiegend Föhren, welche den Waldtyp auch wissenschaftlich charakterisierten. Leider befinden sich die verbliebenen Föhren in einem solch jämmerlichen Zustand, dass sie wahrscheinlich eingehen werden. Wir werden deshalb noch diesen Frühling ca. 50 junge Föhren pflanzen.

Der Stundenaufwand für die Pflegeeinsätze wird vom Kanton mit einer bescheidenen Vergütung honoriert. Trotzdem ist der Ertrag aus den Pflegeeinsätzen nebst den Mitgliedsbeiträgen unsere grösste Einnahmequelle und deshalb äusserst wichtig. Für 2006 konnten wir immerhin einen Betrag von Fr. 1933.00 in Rechnung stellen. Ein Pflegeeinsatz ist immer auch ein geselliger Anlass und die Bewegung an der frischen Luft ist mindestens so gut wie ein Training im Fitnesscenter! Auf den schriftlichen Aufruf zu unserer letzten Aufräumaktion meldete sich leider niemand, was ziemlich frustrierend war. Einmal mehr musste ich auf die Ressource der „Unermüdlichen“ zurückgreifen. Beachten Sie bitte dazu den Brief im Anhang bezüglich der Mitteilung Ihrer Mailadresse.

Hecke und Buntbrache gedeihen prächtig. Von der Hecke ist jetzt noch nicht viel zu sehen, weil sie in den Stauden der Buntbrache fast verschwindet. In wenigen Jahren wird die Hecke aber ein wichtiges ökologisches und landschaftsästhetisches Element unserer näheren Umgebung bilden. Der Pflegeaufwand ist relativ gering. Die junge Hecke muss noch 1-2 mal freigestellt werden, einige Grasflächen, Wegränder und Strassenböschungen müssen 2 mal gemäht werden. Später muss die Hecke von Zeit zu Zeit partiell auf den Stock gesetzt werden, damit sie sich wieder erneuern kann.

Auf der Parzelle der Erbengemeinschaft Jucker (Bärchenhänge) wurde auf einer Teilfläche eine Schafweide eingerichtet. Die restliche Parzelle wird nicht mehr bewirtschaftet und verbuscht sukzessive. Verfilztes Buschwerk, grosse Fichten und diverse Exoten aus dem ehemaligen Garten mindern die Qualität dieses an sich wertvollen Feldgehölzes. Dieses sollte dringend ausgelichtet werden. Wir haben deshalb mit dem Besitzer eine Abmachung, wonach wir auf dem nicht bewirtschafteten Teil der Parzelle jährliche Pflege- und Unterhaltsarbeiten ausführen können, welche den nachhaltigen Bestand dieses Biotops gewährleisten.

Das Herbstfest ist Vergangenheit, damit auch der Stress und somit Zeit für einen kurzen Rückblick. Der Beschluss unseres Vorstandes, das alte Handwerk des Tüchelbohrens zu zeigen, war ein guter Entscheid. Die Tatsache, dass wir das Gleiche am letzen Herbstfest in Dachsen zeigten, tat dem Erfolg keinerlei Abbruch. Wiederum zeigten sich die Besucher sehr interessiert und viele versuchten sich auch selber im Tüchelbohren. Vor allem aber die Kinder waren ganz verrückt und betrachteten jeweils fasziniert die Späne, die sie „erbohrt“ hatten. Plakate und die begleitende mündliche Information über die „Wasserleitungen unserer Vorfahren“ kam ebenfalls sehr gut an und ich denke, dass wir wohl die Einzigen waren, welche einen solchen Service boten. Das Echo in den Medien war dementsprechend gut. Insbesondere die SN und die Rheinfallwoche, wie auch das Schaffhauser Fernsehen widmeten dem Tüchebohren Bilder und Kommentare. Der Vorrat an Rohlingen reichte übrigens nur für den Samstag. Gegen Abend mussten wir im Kohlfirst noch zwei Bäume fällen, welche dann am Sonntagmorgen angeliefert werden konnten. Herzlichen Dank auch an den Forstdienst, welcher uns in unserer Notlage bereitwillig unterstützte!

Aber auch der Wettbewerb „Vögel bestimmen“ kam sehr gut an. Der Stand wurde zeitweise regelrecht belagert und die jeweiligen Helferinnen und Helfer mussten schauen, dass sie die Übersicht behielten. Insgesamt versuchten 92 Familien und Einzelpersonen einen Preis zu gewinne! Der Stand der Jugendgruppe kam ebenfalls sehr gut an und passte ausgezeichnet ins Umfeld. Patricia Egli, Leiterin der Jugendgruppe und ihre kleinen Helferinnen und Helfer mussten viele, oft schwierige Fragen beantworten, auch dies mit Erfolg.

Ich denke, das Gesamtbild unseres Auftritts war gut und hinterliess einen professionellen Eindruck. Insbesondere die Reihe der Plakate trug bestimmt wesentlich zu diesem Eindruck bei, obwohl sie weniger beachtet wurden wie Vorführung, Wettbewerb und Kauz-Stand. Der insgesamt gute Abschluss der Fest-Rechnung bescherte uns einen Zustupf von immerhin Fr. 800.00 durch das OK.

 

Der Eisvogel wurde vom Schweizer Vogelschutz SVS/Birdlife Schweiz zum Vogel des Jahres 2006 gewählt. Der Eisvogel gehört zweifellos zu den auffälligsten und attraktivsten Vogelarten Mitteleuropas. Vor allem seine Färbung ist beeindruckend: Die leuchtend rot-orange Unterseite, der blaugrün gefärbte Oberkopf, die Flügel und der Schwanz und - besonders im Flug auffällig - der leuchtend türkisfarbene Rückenstreif. Das ganze Jahr über besiedelt der Eisvogel fliessende oder stehende Gewässer mit reichem Kleinfischbestand und natürliche Ufer mit Steilwänden für seine Bruthöhle.

Nachdem der Eisvogel jahrzehntelang bei uns sehr selten war, ist er insbesondere an Thur und Töss, aber auch am Rhein dank Revitalisierungen und Artenförderungsprogramm nun häufiger anzutreffen. Wir haben deshalb den Ornithologen Beat Schneider nach Dachsen eingeladen, um seine Videofilme über den Eisvogel vorzuführen. In geduldiger und langwieriger Arbeit hat Beat Schneider zwei Filme gedreht: Der eine Film befasst sich mit dem faszinierenden Brutgeschäft, der andere zeigt die hohe Kunst des Fischfangs. Videovorträge und der mündlich abgegebene Kommentar dazu waren hochinteressant. Die zahlreichen Fragen an den Autor bewiesen das hohe Interesse an diesem sehr populären Vogel.

Rund eine halbe Million Wasservögel überwintern auf den Gewässern der Schweiz, ein grosser Teil davon auf Bodensee, Untersee und Rhein. Durch den zur jener Zeit extrem niedrigen Wasserstand, kamen an Rhein und Rheinfall sonst nicht sichtbare Inseln und Felsen zum Vorschein. Diese werden gerne von diversen Enten als Ruheplätze benützt, für Wasseramseln, Möwen und den Eisvogel sind die Felsen willkommene Warten.

Eine grosse, bunte Schar Kinder mit ihren Eltern, machte sich mit dem Zug von Dachsen nach Neuhausen, dem Ausgangspunkt der Exkursion. Der Weg zurück nach Dachsen folgte der Uferlinie und war für die Beobachtung der Wasservögel daher optimal. Unsere Exkursionsleiter Roger Brunschwiler und Dieter Baach sind ausgewiesene Ornithologen und Kenner der heimischen Vogelwelt. An verschiedenen Punkten konnte eine Vielzahl verschiedener Wasservögel beobachtet werden. Einer der Höhepunkte war die Beobachtung eines Bibers am gegenüberliegenden Ufer. Für die meisten Beobachter wohl der erste, in freier Wildbahn beobachtete Biber! Die Exkursion hat bewiesen, dass durchaus ein Interesse auch an „kleinen“ in unmittelbarer Umgebung durchgeführter Anlässe vorhanden ist.

Unsere Region ist zweifelsohne eine sehr vielfältige und attraktive Landschaft. Rhein, Thur, Randen, Reiat, Schwarzwald, um nur einige Beispiele zu nennen – alles vor unserer Haustüre. Den Rhein­freunden ist der Schaaren als „Stachelziel“ mit Sicherheit ein Begriff. Die „Schaarenwies“ wurde im Jahre 2003 als Flachmoorgebiet von nationaler Bedeutung unter Schutz gestellt. Das Ziel unserer Erkundung war der dahinterliegende Schaarenwald. Dieser Wald wurde gemäss dem Thurgauer Waldplan kürzlich als Sonderwaldreservat ausgeschieden. Er birgt eine  aussergewöhnliche Vielfalt an seltenen Waldgesellschaften, Pflanzen und Tieren.

Im Gegensatz zu Naturwaldreservaten, wo grundsätzlich keinerlei Eingriffe erfolgen, werden im Sonderwaldreservat gezielte Nutzungs- und Pflegeeingriffe durchgeführt, um die spezifischen Ziele zu erreichen.

Im Schaarenwald ist für die Umsetzung der Massnahmen Revierförster Hans Weber verantwortlich. An verschiedene Posten zeigte er uns die Besonderheiten des Reservates und informierte über die notwendigen Nutzungs- und Pflegemassnahmen. Uns interessierten nicht nur waldbauliche Aspekte, sondern auch die Vogelwelt. Darum begleitet uns als ornithologischer Sachverständiger Roland Altenburger, welcher das Gebiet des Schaarenwaldes sehr gut kennt. Auch diese Veranstaltung war ein voller Erfolg.

Zweifelsohne waren Umsetzung und Durchführung unserer Präsentation am Herbstfest die arbeitsintensivsten Tätigkeit im Vereinsjahr. Dass alles so gut geklappt hat, ist insbesondere dem Einsatz meiner Vorstandskollegen und weiterer Freiwilliger zu verdanken. Aber auch den vielen Helferinnen und Helfern an der Durchführungstagen selber. Es waren immerhin 8 Schichten zu besetzen, welche sich 20 Helferinnen und Helfer teilten. Euch allen danke ich herzlich!

Aber auch die „normalen“ Vereinstätigkeiten erfordern den Einsatz aller Vorstandsmitglieder. Sei es als Vizepräsident, Kassier, Aktuar oder bei der Organisation von Anlässen. Auch dafür bedanke ich mich. Auch allen jenen, welche sich an den Feldeinsätzen beteiligt waren, gilt mein Dank.

Klar, ein grosser Teil unserer Mitglieder kann keine Feld- oder sonstige Einsätze leisten und bezahlt einfach den Mitgliedsbeitrag. Sie unterstützen uns damit nicht nur finanziell, sondern auch ideell. Auch dafür bedanke ich mich.

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