Mitarbeiter der Fachstelle für Naturschutz, der Arbeitsgruppe „Lichte Wälder“, Förster Hansueli Langenegger sowie vom NVDU Roger Brunschwiler und Ruedi Schneider  haben am 21.8.2008 einen Augenschein in den Schutzgebieten „Usser Rhyhalden“ und „Risi“ vorgenommen. Solche Begehungen erfolgen periodisch zum Zweck der Erfolgskontrolle der Pflegemassnahmen.

An der Rheinhalde bewährt sich das bisherige Pflegekonzept. Allerdings gilt es vermehrt Problemarten wie Brombeere, Liguster und Robinie zu bekämpfen. Die Brombeeren sollen in einem gezielten Einsatz durch Zivildienstleistende ausgestockt werden. Robiniendickichte müssen zugunsten von aufkommenden Eichen zurückgedrängt werden. Grosse Schattenbäume in unteren Teil müssen entfernt werden.

Das Gebiet „Usser Rhyhalden“ erreicht nach der Bewertungsmethode für Lichte Wälder 308 Punkte von möglichen 348 Punkten. Diese extrem gute Bewertung ist das Ergebnis einer sehr grossen Zahl vorkommenden Arten.

Auch in der Risi bewähren sich die jährlichen Pflegeeinsätze. Jedoch stehen die aufkommenden Föhren zu dicht und müssen ausgelichtet werden. Alle Cotaneaster sind auszustocken. Eingriffe in die Oberschicht (grosse Föhren) sind nicht nötig.

Es wurde uns attestiert, dass wir seit vielen Jahren sehr wertvolle Arbeit leisten und die vorkommenden Arten nur dank diesem kontinuierlichen Einsatz heute noch vorhanden sind. Beide Objekte sind von hohem naturschützerischen Wert. Die Ausdehnung insbesondere an der Rheinhalde ist klein und soll langfristig vergrössert werden. Entsprechend sollen die in die Pflege investierten Mittel ebenfalls aufgestockt werden. 

Das kalte, aber sonnige und trockene Wetter im Februar 2008 bot ideale Bedingungen für verschiedene Pflegeeinsätze. Im Schutzgebiet Risi wurde wiederum Grasschnitt und Buschwerk aufgeräumt und entsorgt. Im Herbst/Winter mussten Schneider & Söhne einmal mehr energisch aufkommendes Buschwerk und zu dichten Föhren-Aufwuchs entfernen, sowie die zunehmenden Wiesen- und Krautflächen mähen.

Im Schutzgebiet „Usser Rhyhalden“ war wiederum die Fa. Grünwerk im Auftrag des Kantons tätig. Im Rahmen der Begehung mit kantonalen Naturschutz-Beauftragten beschlossenen Auflichtungsmassnahmen hat der Forstdienst Bäume gefällt. Sie wurden mit der Seilwinde den Hang hochgezogen und später zu Hackholz verarbeitet. Im Rahmen eines Zivildienst-Einsatzes wurden auf verschiedenen Flächen Brombeeren ausgestockt.  Wir haben die entsprechenden Flächen von liegengebliebenen Ästen und von Schnittgut gesäubert. Auf einer zusätzlichen Fläche von ca. 200m2 wurde das Buschwerk durch uns samt Wurzeln entfernt. Zum Einsatz kam ein eigens von uns entwickeltes Gerät, welches von einer Seilwinde gezogen, kleineres Strauchwerk samt den Wurzeln ausreist. Das Gerät hat sich hervorragend bewährt. 

 

Auf der durch den NVDU bewirtschafteten Parzelle der Erbengemeinschaft Jucker haben wir im Rahmen der Baumpflanzaktion 2 Edelkastanien gepflanzt. Anfang 2009 haben wir 4 grosse Fichten gefällt, welche die Vegetation durch den starken Schattenwurf beeinträchtigt haben. Zudem wurden wie jedes Jahr die ordentlichen Pflegearbeiten durchgeführt mit dem Zweck, die offenen Flächen zu erhalten.

Im Goldenberg haben wir ebenfalls eine Edelkastanie gepflanzt. Auch hier musste die Buntbrache im Februar 2009 gemäht werden, da sie wiederum total verfilzt war und zahlreiche Austriebe von Hartriegel den Bestand der Brache gefährdet hätten. Zudem mähen wir jedes Jahr Wegränder und Böschungen. Leider gibt es noch immer Hundebesitzer, welche den Hundekot am Wegrand einfach liegen lassen. Was geschieht, wenn die rotierenden Messer des Freischneiders in einen solchen Haufen geraten, kann man sich lebhaft vorstellen.

 

 

Diese Brache besteht nun seit 4 Jahren. Die dem Rhein zugewandten 2/3 der Fläche haben sich sehr gut entwickelt. Das dem Wohnquartier zugewandte Drittel leidet unter dem Bewuchs von Brombeeren. Diese verbreiten sich sehr rasch durch Ranken von bis zu 6 Meter Länge an deren Ende sich sofort Ableger entwickeln. Werden die Brombeeren nicht bekämpft, droht ein grosser Teil der Brache unter dichtem Brombeerdickicht zu verschwinden. Die oberirdischen Pflanzenteile haben wir abgeschnitten und die Ausleger markiert. Die weiteren Massnahmen erfolgen durch den Bewirtschafter.

Der vielseitige ökologische Nutzen von Hochstamm-Obstbäumen und Hecken-Sträuchern hat uns dazu bewogen, in unserer Gemeinde eine Baumpflanzaktion durchzuführen. Dank guter Beziehungen konnten wir die Pflanzen zu einem reduzierten Preis einkaufen und zahlten aus der Vereinskasse noch einen namhaften Betrag dazu, sodass wir die Pflanzen schliesslich zum halben Katalogpreis abgeben konnten. Unser Angebot enthielt auch eine Auswahl von Heckensträuchern zum Selberpflanzen zu den gleichen Konditionen.

Am 15. November 2008 pflanzten 3 „Pflanzkommandos“ insgesamt 20 Bäume. Inkl. Pfahl und erstem Schnitt, teilweise sogar mit Fegeschutz und Schutzgitter gegen Mäusefrass. Die Aktion war eine logistische Herausforderung: 3 Pflanzkommandos, insgesamt 12 Leute pflanzten an insgesamt 10 Orten 20 verschiedene Bäume. Das Material musste beim Start bereits am Einsatzort verfügbar sein. Die Aktion war ein Erfolg, alles klappte und Helferinnen und Helfer  und die neuen Baumbesitzer waren zufrieden.

 

Auf unser Ersuchen hat der Kanton in enger Zusammenarbeit mit uns im Schutzgebiet „Usser Rhihalden“ zwei Informationstafeln erstellt. Zu deren Einweihung haben wir ein kleines Fest organisiert. Die Präsenz des Kantons erfolgte durch den Gebietsbearbeiter André Hofmann von der Fachstelle für Naturschutz und Fabienne Sutter. Der Gemeinderat war durch die Herren Hans Dubach und Beat J. Weingartner vertreten. Am geselligen Anlass nahm eine stattliche Zahl interessierter Dorfbewohner teil. In einem ersten Teil informierte ich umfassend über die anfänglichen Bestrebungen für die Unterschutzsstellung und die „Aktion Stacheldraht“, bei welcher 5.3 Tonnen Stacheldraht und Eisenpfosten aus der Halde entfernt wurden. André Hofmann erläuterte dann die Geologie des Gebietes und informierte ausführlich über die Flora der Rheinhalde. Hofmann pries die Zusammenarbeit mit dem NVDU als Musterbeispiel für die Kooperation  zwischen Kanton und örtlichem Naturschutzverein. Während vor allem Kinder an dem von Barbara Brunschwiler organisierten Postenlauf teilnahmen, endete der gelungene Anlass dann in gemütlicher Runde bei Speis und Trank.

Roger Brunschwiler, mehrmals pro Woche mit dem Feldstecher in der näheren Umgebung unterwegs, ist einer unserer ausgewiesenen Ornithologen und kennt die lokale Vogelwelt sehr genau. Er konnte morgens um 6.00 Uhr in der Bachdelle eine stattliche Anzahl Kinder und Erwachsene begrüssen. Die Route führte durch verschiedene Lebensräume mit den entsprechenden Vogelarten. Auch für Überraschungen war gesorgt. So konnte auf der gegenüberliegenden Rheinseite ein Reiher in seinem Horst beobachtet werden. Kurz danach sprang tatsächlich ein Rebhuhn von der Wiese auf den Weg und konnte lange beobachtet werden, bis es im Wald verschwand. In der Scheune bei Bauer Schüpbach konnte das emsige Treiben der dort zahlreich nistenden Mehl- und Rauchschwalben beobachtet werden.

 

Diese Exkursion fand unter Leitung von Dieter Baach statt und war ebenfalls ein Erfolg. Der Aufstieg von Schleitheim auf den Stauferberg mit anschliessendem Bräteln war Gelegenheit für  manches interessante Gespräch und manchen Spass. Dies immer mit der Aussicht auf den spannenden zweiten Teil, nämlich die Besichtigung des Gipsbergwerks. Begleitet durch die Stollen wurden wir von einem Sachverständigen des Vereins „Gipsmuseum“, welcher uns über die spannende Geschichte des Bergwerks und über den Gipsabbau informierte.

 

Die Idee für  eine Vortragsreihe zu diesem sehr aktuellen Thema kam von unserem Vorstandsmitglied Jürg Wirth, welcher auch die Referenten organisierte. Die Thematik wurde in drei Vortragsabende aufgeteilt. Der erste Vortrag am 12. März hatte das Thema „Intakte Landschaften – eine immer knapper werdende Ressource“ zum Inhalt. Der Referent war Jean-Pierre Jaccard Ing. Agr. ETHZ und Vorstandsmitglied des Rheinaubundes.

Der zweite Vortrag vom 16. April hatte die Landschaftsinitiative  „Raum für Mensch und Natur“ zum Thema. Referent war Raimund Rodewald, Geschäftsführer der Stiftung Landschaft Schweiz. Der dritte Vortrag fand am 21. Mai statt und war dem Thema „Bevölkerungswachstum und Umweltbelastung“ gewidmet, zweifellos ein heisses Eisen, welches vom Referenten Jörg Schwandener behandelt wurde.

Die in den Vorträgen behandelten Themen haben einen direkten Zusammenhang mit unserer Lebensqualität. Wie akut das Thema ist zeigt einmal mehr die viel zitierte Tatsache, dass jede Sekunde 1m2 Land unter Beton und Asphalt verschwindet. Trotzdem liess der Besuch dieser Vorträge zu wünschen übrig. Das Thema ist unbequem und steht im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung unserer Wirtschaft, nur Wachstum könne unseren Wohlstand garantieren. Unendliches Wachstum in einer endlichen Welt widerspricht aber jeder Logik und so muss festgestellt werden, dass die Promotoren dieser Theorie offenbar nicht gewillt, ihren Horizont über ihre Nasenspitze hinaus zu erweitern. Immerhin fanden unsere Vorträge ein gutes Medienecho im Landboten und in der Andelfinger Zeitung.

 

Der Name Hans Dossenbach vermag sehr viele Menschen zu mobilisieren. So erschienen zu den beiden von uns organisierten Vorträgen jeweils über 50 Personen. Die Begeisterung wirkte sich aber auch in den guten Ergebnissen der Kollekten aus, sodass das „Profihonorar“ von jeweils 500 Franken für uns akzeptabel war.

Der erste Vortrag war die Rahmenveranstaltung der GV 2007 vom 15. Februar und stand unter dem Titel Costa Rica – Juwelen im Regenwald. Im zweiten Vortrag zeigte Hans Dossenbach Bilder aus dem Amazonas-Urwald. Beide Vorträge brillierten mit farbenprächtigen Dias exotischer Tiere und Pflanzen. Dazu kam der spannende und authentische Kommentar von Hans Dossenbach. Das Publikum war begeistert. 

Die Zahl der Aktivitäten 2008 war ein absoluter Rekord. Wir organisierten fünf Vorträge, zwei Exkursionen, das „Rhihaldefäscht“ und die Baumpflanzaktion. Dazu kamen Pflegeeinsätze in unseren Naturschutzgebieten und in andern von uns bewirtschafteten Parzellen. Insgesamt wurden für die Pflegeeinsätze 106 Arbeitsstunden aufgewendet. Maschinen insbesondere unsere Freischneider waren 30 Stunden im Einsatz.

Ich möchte mich bei allen Helferinnen und Helfern, bei meinen Vorstandskollegen herzlich für ihren Einsatz bedanken. Bedanken möchte ich mich auch bei allen Mitgliedern, welche uns ideell und finanziell unterstützt haben.

Bei Vereinen mit ideellen Zielsetzungen besteht die „aktive Substanz“ meistens aus wenigen Personen. Umso grösser ist das jeweilige Engagement dieser „Kerngruppe“. Dies trifft leider auch bei unserem Verein zu, dessen Vorstandsmitglieder zudem alle im „gesetzteren“ Alter sind. Ich hoffe, dieses Engagement bald auch mit Jüngeren teilen zu können. Nur so kann die für eine Vereinsführung wichtige Kontinuität gewährleistet werden.

 

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