Der Bau von Wildbienenhäusern geriet zum sehr guten Familienanlass mit Beteiligung von 17 Personen. Auch für die Wildbienen ein Erfolg, wurden doch 13 Bienenhotels gebaut.

Im Berichtsjahr haben wir sechs öffentliche Anlässe durchgeführt:

-      12.02.2010: Faszination einer verrufenen Spezies: Vortrag über Spinnen

-      15.04.2010: Exkursion ins Neeracherried

-      29.05.2010: Wildbienen – Exkursion nach Merishausen

-      12.06.2010: Gemeinsam Wildbienenhäuser herstellen

-      25.06.2010: Abendexkursion im Schutzgebiet „Risi“

-      110.9.2010: Miniautobahn N4: Besichtigung der landschaftspflegerischen Begleitmassnahmen

Die Anlässe waren sehr unterschiedlich besucht. Unsere jeweils mit Absicht „exotisch“ gewählten Themen für die Rahmenveranstaltung zur GV ziehen immer sehr viel Publikum an. So war der Spinnenvortrag von Jakob Walter sehr gut besucht. Auch die Besichtigung der landschaftspflegerischen Begleitmassnahmen entlang der Miniautobahn kam sehr gut an. Dies war aber auch ein sehr attraktives Angebot mit Kleinbus zur Bewältigung der Wegstrecken zwischen den einzelnen Info-Punkten und einem sehr kompetenten Exkursionsleiter.

 

 

Die Exkursion „Wildbienen“ zog lediglich 10 Personen an, welche mit dem absoluten Wildbienen-Sachverständigen Andreas Müller ein faszinierendes Erlebnis hatten. Der Bau von Wildbienenhäusern geriet zum sehr guten Familienanlass mit Beteiligung von 17 Personen. Auch für die Wildbienen ein Erfolg, wurden doch 13 Bienenhotels gebaut.

Die Exkursion ins Neeracherried geriet zum Flopp. Es nahmen lediglich drei Personen daran teil, zwei davon waren Vorstandsmitglieder! Auch die Abendexkursion in die Risi war ein Flopp. Trotz angebotenem Apéro trafen sich schliesslich lediglich vier Personen, zwei davon waren die Exkursionsleiterin und der Berichterstatter.

Zweifellos war das Aufstellen des Schwalbenhauses das hervorragendste Ereignis im Vereinsjahr. BirdLife Zürich nutzte bekanntlich diesen An­lass als Auftaktveranstaltung für ihre Kampagne „100xZüriNatur“. Unverhofft rückten damit Verein und Ge­meinde ins Rampenlicht.

Unser Gemeindepräsident Daniel Meister hatte im Mai die Idee, im Jahr der Biodiversität den Gemeinderat zu animieren, dazu ebenfalls  einen Beitrag zu leisten. Wir sollten uns darüber Gedanken machen und ihm einen Vorschlag unterbreiten.

Die Mehlschwalbe war 2010 bekanntlich „Vogel des Jahres 2010“ und so war das Thema schnell gefunden. Wo früher auch bei uns in fast jedem Bauernhaus Schwalben zu Hause waren und praktisch als „Haustiere“ galten, haben die Populationen der Mehlschwalben drastisch abgenommen. In Dachsen zählten wir 2010 noch dreissig Brutpaare. Dies ist einerseits auf den Mangel von geeignetem Nistmaterial zurückzuführen, anderseits auch auf ungeeignete Fassadenmaterialien. Zudem gilt bei vielen Zeitgenossen Nulltoleranz bezüglich tierischer Mitbewohner.

Der Vorstand des Naturschutzvereins kam sehr schnell zu einer Idee:

Animiert von den Erfolgen der Schwalbenhäuser in Schaffhausen haben wir dem Gemeinderat vorgeschlagen, auch in Dachsen ein Schwalbenhaus aufzustellen. Der  Gemeinderat hat uns unseren Vorschlag akzeptiert und die nötigen Bewilligungen eingeholt. Nach den positiven Entscheiden der kantonalen Behörden und unbenutzter Rekursfrist war das Projekt dann baureif.

 

Unsere Mitteilung über das zustande gekommene Projekt an Birdlife Zürich hatte überraschende Folgen. Das Aufstellen des Schwalbenhauses sollte als Auftakt für den Kampagnestart „100xZüriNatur“ dienen. In Anwesenheit von Vertretern des Patronatskomitees, nämlich dessen Präsidenten, Baudirektor Markus Kägi in Begleitung von AXA-Kommunikationschef Thomas Hügli, BirdLife Zürich mit seinen beiden Ko-Präsidenten und weiteren Mitarbeitern, der Gemeinde Dachsen mit Präsident Daniel Meister und weiteren Gemeinderatsmitglieder sowie der Schulbehörde mit Markus Heller wurde am Montag, den 15. November 2010 das Schwalbenhaus montiert.

Vorausgegangen war eine gut besuchte Medienkonferenz mit Informationen des Patronatspräsidenen Markus Kägi und BirdLife Zürich zur Kampagne 100xZüriNatur. Inzwischen waren auch etwa 30 Zuschauer eingetroffen. Baudirektor Markus Kägi montierte dann die letzten Nester, worauf er  mit dem Kran das Schwalbenhaus auf die erforderliche Höhe anhob. Die Mitarbeiter der Herstellerfirma, Hübscher Holzbau Beringen, befestigten hierauf das Schwalbenhaus auf  der vormontierten Stange.  Die Schüler  hatten 20 ganz tolle Vogel-Zeichnungen angefertigt, deren Originale sie dann Markus Kägi überreichten. Schulleiterin Käthi Furrer bedankte sich namens der Schüler und der Lehrerschaft für das Geschenk auf dem Schulhausareal. Ein „Schwalbenlied“ rundete die Übergabe ab. Zur Feier des Tages erhielten alle 225 Schülerinnen und Schüler ein Gebäck von unserem Beck in Form eines Vogels. Zum Ausklang wurde ein Apéro mit Speckzopf serviert.

Der Anlass ist dank guter Zusammenarbeit aller Instanzen sehr gut gelungen. Das Medienecho war überwältigend. Über den Anlass wurde in etwa 30 Medien berichtet, darunter Tele-Top und Tele-Zürich. Dass die Initiative zu diesem Projekt ausnahmsweise von den Behörden kam, erachten wir als gutes Omen für eine weitere gedeihliche Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

 

Auf Gemeindegebiet gibt es drei Schutzgebiete von überkommunaler Bedeutung. Die äusserste Partie des „Sunnenbergs“ wird vom Kanton selber gepflegt. NVDU-Feldeinsätze gibt es hier nicht. Die ehemalige Kiesgrube Risi und die Rheinhalde sind vom Kanton als lichte Wälder eingestuft. Unter lichtem Wald versteht man Waldflächen, die aufgrund natürlicher Gegebenheiten (z.B. Felsen oder durch forstliche Eingriffe) lange licht bleiben. Sie bilden einen Lebensraum für seltene und gefährdete, auf lichten Wald angewiesene Pflanzen- und Tierarten. Das Schaffen und Erhalten von lichten Wäldern ist ein wichtiges Naturschutzziel, das im Gesamt-Naturschutzkonzept des Kantons Zürich festgehalten ist. Diesem Ziel dienen auch unsere Feldeinsätze. Sie werden vom Verein, bzw. von der Firma Grünwerk durchgeführt.

Die Fachstelle für Naturschutz führt ein jährliches Monitoring durch und wir erhalten Empfehlungen für konkrete Massnahmen. Für die qualitative Bewertung solcher lichten Wälder gibt es ein Punktesystem. Insbesondere die Rheinhalde ist sehr hoch bewertet. Die Robinie ist in beiden Schutzgebieten weiterhin eine Problempflanze. Sie ist sehr ausdauernd und kann in kurzer Zeit grosse Flächen für sich vereinnahmen. Nach einem Rückschnitt auf den Stock schlägt sie wieder aus. Brombeeren gehören ebenfalls zu den Problempflanzen. Diese beiden Arten gilt es genau im Auge zu behalten.

In den im Winter 2009/2010 erfolgten Auslichtungen in der Rheinhalde hat sich die Krautschicht gut entwickelt. Allerdings ist hier eine „Nachbehandlung“ – sprich Ausstocken von Gebüsch, unabdingbar. Dazu leisten das von uns entwickelte Werkzeug, welches von einer Seilwinde gezogen wird, sehr gute Dienste. Die weitere Verbreitung des Bibers freut uns natürlich sehr. Allerdings kommt er des Öfteren auf die Idee, sich an den Föhren an der Rheinhalde zu vergreifen, so auch an den von uns frisch gepflanzten Bäumen. Wir müssen diese Bäume deshalb schützen und  testen nun bewährte Vorrichtungen gegen Wildverbiss und Fegeschäden. Die Fa. Grünwerk hat die Steilhänge im Auftrag des Kantons wiederum gemäht.

In der Risi bestreiten wir die Pflegemassnahmen im gesamten Umfang. Auch hier haben wir weitere Robinien gefällt, welche für ständigen Jungwuchs im Schutzgebiet verantwortlich sind. Bereits seit Jahrzehnten werden Stockausschläge immer wieder zurückgeschnitten. Die verbleibenden Stöcke,  bleiben aber vital und bilden jedes Jahr neue Triebe. Eine Sisyphusarbeit also! Um dem ein Ende zu setzen, haben wir diese Stöcke dieses Jahr mit einem Kleinbagger ausgerissen. Erstaunlich, welches Wurzelwerk sich in all den Jahren ausgebildet hat! Durch diese Massnahme wird die Bewirtschaftung entscheidend vereinfacht, insbesondere auch darum, weil den Stöcken mit dem Motormäher nicht mehr ausgewichen werden muss.

 

Unser Pflegeaufwand in den ausgewiesenen Schutzgebieten wird vom Kanton honoriert. Erstmals stellten wir Rechnung zu einem angepassten Stundenlohn. Es handelt sich auch bei 30 Franken noch um einen „Sozialtarif“. Aber für unsere Vereinsfinanzen bedeutet dies einen sehr erheblichen Beitrag. So konnten wir an den Kanton eine Rechnung in Höhe von Fr. 6245.50 stellen. Nach Abzug externer Maschinenkosten und Vergütungen verbleibt dem Verein immerhin die hübsche Summe von Fr. 4101.60.

Diese Flächen sind in Privatbesitz und besitzen keinen besonderen Schutzstatus. Sie befinden sich jedoch innerhalb des Perimeters, welcher im kommunalen Naturschutzinventar als schutzwürdiges Objekt von regionaler Bedeutung aufgeführt ist. Nebst den mit Reben bestockten Lagen prägen die Bärchenhänge  mit ihren Hecken, Feldgehölzen und alten Obstbäumen unser Dorfbild und sind unser wichtigstes Naherholungsgebiet. Sie sind aber auch ein sehr wichtiger Lebensraum für Vögel und Kleintiere. Viele Parzellen werden kaum mehr bewirtschaftet oder sie dienen als Schafweiden. Gefahr besteht bei einer gänzlichen Aufgabe der Bewirtschaftung durch Verbuschung. Ganz offenkundig sind aber auch Spekulationen auf eine fernere Erschliessung zu Bauland. Einzelne diesbezügliche Handänderungen sind bereits erfolgt. Ob die Bärchenhänge jemals zu Bauland werden, ist jedoch sehr fraglich. Langsam beginnt sich nämlich selbst bei Politikern die Erkenntnis durchzusetzen, dass das Siedlungsgebiet nicht beliebig wachsen kann. Gemäss der zur Debatte stehenden Revision des kantonalen Richtplans genügen jedenfalls die bestehenden Baulandreserven und das Siedlungsgebiet soll gesamthaft nicht weiter vergrössert werden.

Für die Parzelle im Goldenberg besteht ein formeller, langjähriger Pachtvertrag mit symbolischem Pachtzins. Wir haben den ehemaligen Garten mit einer Hecke und einer kleinen Buntbrache ökologische aufgewertet. Mit jährlichen Pflegeeinsätzen wird der Bestand nachhaltig gesichert.

Für die Parzelle in den Bärchen besteht leider bis jetzt nur eine mündliche Vereinbarung. Dies ist für uns ein unbefriedigender Zustand, da wir keine Gewähr haben, dass unsere Massnahmen längere Zeit Bestand haben. Mit einem langfristigen Pachtvertrag wären wir bereit, auch etwas mehr Ressourcen in das Objekt zu investieren. Wir haben nun aber die Hoffnung, dass sich der Besitzer doch noch vom Abschluss eines langfristigen Pachtvertrages überzeugen lässt.

Die Einsätze auf diesen Flächen leisten wir vollumfänglich gratis. Allfällige Maschinenkosten werden aus den Honoraren des Kantons querfinanziert.

Buntbrachen müssen im Regelfall nach 6 Jahren Bestand wieder einer produktiven Nutzung zugeführt werden. Dies trifft nun auch auf Buntbrache im Steinboden zu. Allerdings befindet sich diese Fläche immer noch in einem sehr guten Zustand. In Absprache mit dem Pächter haben wir deshalb ein Gesuch um Verlängerung an den dafür zuständige landwirtschaftlichen Ausbildungs- und Versuchsbetrieb Strickhof gestellt. Nach einem Augenschein des Experten haben wir nun die Bewilligung erhalten, die Buntbrache für ein weiteres Jahr bestehen zu lassen. Zwecks Förderung der ein- und zweijährigen Arten soll die Brache aber einer leichten Bodenbearbeitung unterzogen werden. Die aufkommenden Robinien müssen entfernt werden. Letzteres ist bereits erfolgt. Zudem haben wir Samenbäume aus der benachbarten Rheinhalde, welche für den unerwünschten Aufwuchs verantwortlich sind, entfernt.

Insgesamt war 2010 ein erfolgreiches Jahr. Dazu beigetragen hat natürlich das Schwalbenhaus mit der Inszenierung zum medialen Auftakt „100xZüriNatur“. Über einzelne Flops (siehe „Vorträge und Exkursionen“) muss man hinwegsehen. Trotzdem: Die schwache Beteiligung an Anlässen, welche die Natur vor Ort zum Thema haben, hat uns natürlich sehr enttäuscht. Der Aufwand stand in keinem Verhältnis zum Erfolg. Der Vorstand hat deshalb beschlossen, künftig weniger öffentliche Veranstaltungen zu organisieren.

Sich in einem Verein wie dem NVDU zu engagieren, ist eine schöne Aufgabe. Mit dem Einsatz für die Natur leistet man auch einen Dienst für die Öffentlichkeit. Diesen Anspruch können viele andere Vereine ebenfalls für sich in Anspruch nehmen. Die Vereinsaktivitäten sind attraktiver Teil des Dorflebens. Leider klagen viele Vereine über Nachwuchsmangel, insbesondere für Führungsfunktionen lässt sich nur schwer Nachwuchs finden.

Einmal mehr geht deshalb meine Bitte an alle, denen die Erhaltung unserer Natur am Herzen liegt: Engagieren Sie sich konkret für unseren Verein. Sie benötigen keine speziellen Fachkenntnisse, der Wille für etwa mehr Engagement genügt. Gemeinsam etwas zu planen und umzusetzen ist  ein ganz tolles Erlebnis!

Ich möchte mich bei allen Mitgliedern, welche uns finanziell und ideell oder gar als Helferin oder Helfer bei unseren Feldeinsätzen unterstützt haben, herzlich bedanken. Auch bei meinen Vorstandskollegen, welche dem Verein viel Zeit und Aufwand gewidmet haben, ein herzliches Dankeschön!

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