Der Rebberg oberhalb Dachsen liegt in einer der trockenwärmsten Gegend des Kantons Zürich. Vögel wie Wiedehopf, Wendehals, Neuntöter und Gartenrotschwanz konnten schon auf dem Durchzug beobachtet werden. Der NVDU hat hier eine lange Trockenmauer gebaut. 

Die Vielfalt der Brutvögel ist aber vergleichsweise bescheiden. Auch botanisch bietet der Rebberg mit Ausnahme des Acker-Gelbsterns wenig. Der gesamte Rebberg ist aktuell relativ strukturarm und monoton. Offene BodensteIlen, Lesesteinhaufen und Hecken gibt es kaum. Dies möchte der Naturschutzverein, zusammen mit BirdLife Zürich (im Rahmen der Kampagne 100xZüriNatur) und in Abstimmung mit der IG Reben & Genuss am Rheinfall ändern. Die Familien Rolf Hübscher und Walter Rubli stellen Rebflächen für die Aufwertungen zur Verfügung. Gleichzeitig mit der ökologischen Aufwertung erhöht sich auch der Erlebniswert unseres Naherholungsgebietes.

 

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Hier noch der ausführliche Beschrieb von Ruedi Schneider:

Im Zentrum unserer Aktivitäten stand die Umsetzung unseres Rebberg-Projektes. Ich erlaube mir dazu einen etwas längeren Beitrag, schliesslich ist dies unser weitaus grösstes, bisher umgesetztes Projekt. Der Aufwand für die Vorbereitung war erheblich und begann bereits im Frühjahr 2012. An der Vorstandsitzung vom 20.4.2012 kam das Projekt erstmals formell zur Sprache. Wir waren uns einig, anstelle kurzwährender Festivitäten unsere Ressourcen in ein nachhaltiges Projekt zu investieren.

Im Juni 2012 erfolgte eine erste Begehung zusammen mit BirdLife Zürich und René Bertiller als Berater. Es wurden insgesamt 11 mögliche Massnahmen an verschiedenen Orten im Rebberg evaluiert. Anlässlich einer zweiten Begehung wurden für die Massnahmen Prioritäten festgesetzt. Ein wichtiges Kriterium war dabei die Haltung der Landeigentümer. Wir einigten uns schliesslich auf eine Trockenmauer am Kopfende der Steinmüristrasse auf Parzellen der Familien Rolf Hübscher und Walter Rubli, die Anlage einer Ruderalfläche mit zwei Steinlinsen für Reptilien und die Bepflanzung einer Böschung, ebenfalls im Besitz der Familie Rolf Hübscher.  

Ein weiterer wichtiger Entscheid war die Frage, ob wir die Finanzierung des Projektes mit Projektkosten von immerhin 60‘000 Franken im Alleingang an die Hand nehmen sollten oder zusammen mit BirdLife Zürich angehen sollten. Der Vorstand sah mit BirdLife als Partner die besseren Chancen für die Finanzierung. Die Bauleitung jedoch verblieb beim Verein als Bauherrn. Am 16.10.2012 haben wir das Projekt als ein Pilotprojekt der Kampagne 100xZüriNatur bei BirdLife angemeldet.

Die Finanzierung kam problemlos zustande, offenbar überzeugten die Projektunterlagen. Finanzielle Unterstützung fanden wir beim Lotteriefonds des Kt. Zürich, Beim Fonds Landschaft Schweiz, der Bertold Suhner-Stiftung und der Gemeinde Dachsen. Kleine Beträge wurden uns von lokalen Sponsoren, nämlich den Firmen Renuwell Möbelpflege & Auffrischung, Dachsen, Wickli Metallbau AG, Neuhausen, Ersparniskasse Filiale Weinland, Kleinandelfingen zugesagt. Die Firma Kuhn Druck AG, Neuhausen spendierte die Infoflyer im Wert von Fr. 1265.00.

Im Dezember 2012 wurde das Baugesuch bei der Gemeinde eingereicht. Kantonale Stellungnahmen waren ebenfalls erforderlich, nämlich von den Fachstellen Naturschutz und Bodenschutz. Gleichzeitig haben wir mit den Grundeigentümern Vereinbarungen ausgehandelt, welche den Bestand der Werke auf mindestens 20 Jahre festlegen sowie Rechte und Pflichten regeln. Da das Baugesuch im Anzeigeverfahren erfolgte, mussten auch noch die Eigentümer der angrenzenden Parzellen informiert, und deren Einverständnis eingeholt werden. In einem Fall führten auch mehrere Besprechungen zu keinem Ergebnis. Die Vorbehalte überwogen, trotzdem erfolgte keine Einsprache. Die Prüfung der Baugesuche und die Verhandlungen dauerten den ganzen Frühling. Am 5. April 2013 traf dann der positive Baurechtsentscheid ein.

Am 21. Mai 2013 erfolgte der Spatenstich, gleich mit dem Bagger. Als erstes musst Raum für die Trockenmauer geschaffen werden, welche am Fuss immerhin 80 bis 100 cm breit geplant war. Zudem musste im Bereich der Ruderalfläche der Oberboden abgetragen und die Gruben für die wintersicheren Reptilienunterkünfte ausgehoben werden. Nach Anlieferung der über 80 Tonnen Sandsteinschroppen konnte mit dem Bau der Trockenmauern begonnen werden.

Zuerst erfolgte die Erstellung des Schnurgerüstes als Vorgabe für die Linienführung und das Profil der Mauer. Dann wurden die schweren Grundsteine als Fundament mit dem Bagger positioniert. Nun erfolgte der Aufbau der Mauer als dreidimensionaler Verband mit Schroppen von unterschiedlichsten Formen und Grössen. Der Aufbau einer Trockenmauer ist einiges anspruchsvoller als jener einer Mauer aus genormten Steinen, welche sozusagen „legomässig“ versetzt werden können. Die Ausführung erfolgte durch die Firma Grünwerk AG, Gärtner und Planer, zeitweise unterstützt durch freiwillige Helfer des Vereins. Die Arbeit machte mir persönlich Spass, obwohl die Temperaturen zeitweise auf 34° am Schatten stiegen. Am Schatten, da sich Rolf Hübscher unser erbarmte und Sonnenschirme aufgestellt hatte. Auch sonst wurden wir von der Familie Hübscher immer gut mit Znüni und kalten Getränken versorgt.

Am 25. Juni, also bereits nach 1-montiger Bauzeit waren alle Arbeiten abgeschlossen. Im November 2013 erfolgte die Bepflanzung mit Wildrosen, welche der Rosenexperte René Bertiller mit Samen aus der Region aufgezogen hatte. Nach Aussage unseres Experten Roger Brunschwiler versprechen die bereits jetzt sichtbaren Pflanzenrosetten im Frühling/Sommer 2014 eine reiche Blüte.

Am Samstag, den 29. Juni 2013 fand die formelle Einweihung statt. Am Morgen empfingen wir die geladenen Gäste, die ehemaligen Vorstandsmitglieder, Vertreter der Sponsoren, der kantonalen Fachstelle Naturschutz und von BirdLife in gemütlichen Lokal der Familie Hübscher. Anschliessend erfolgte ein Rundgang zu den Bauwerken. Mittags erfolgten Rundgänge für die Öffentlichkeit. Leider war das Wetter sehr garstig, trotzdem war der Anlass ein voller Erfolg!

Der NVDU konnte dem Projekt insgesamt für etwa 5200 Franken Eigenleistungen in Rechnung stellen, Hübschers kamen auf 2600 Franken, insgesamt sehr viel mehr Eigenleistungen als vorgesehen. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 52‘000 Franken anstelle der vorgesehenen 60‘000 Franken. Nach Absprache mit BirdLife wird die Differenz als zweckgebundene Reserve für weitere Massnahmen im Rebberg in unserer Buchhaltung verbucht. Die Umsetzung war ein voller Erfolg und in den Medien wurde darüber berichtet. Wir freuen uns sehr, dass unsere Bauwerke auch bei der Bevölkerung gut aufgenommen werden. Wir möchten allen Sponsoren, insbesondere der Gemeinde Dachsen für ihre grosszügige Unterstützung und kooperative Haltung unseren herzlichen Dank aussprechen. Unser Dank gilt auch den Grundbesitzern, mit deren Zustimmung das Projekt umgesetzt werden konnte. Auch allen Helfern und sonst wie Beteiligten möchten wir unseren besten Dank aussprechen.

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