Projekt zur Förderung der Zebraschnecke Zebrina detrita in Dachsen

Schweizweit gelten 40% der 181 Landschneckenarten, die im Rahmen der Roten Liste der Weichtiere von 2012 beurteilt worden sind, als bedroht.

Auf dem Gebiet der Gemeinde Dachsen existieren verschiedene ehemalige und aktuelle Vorkommen gefährdeter TWW-Schneckenarten. Auch wenn sie wohl nur noch einen kleinen Prozentsatz der Vorkommen um 1900 ausmachen, so sind die meisten aktuellen Populationen doch mindestens von kantonalem Interesse.

An einer sonnigen Bahnböschung in Dachsen lebt ein Bestand der attraktiven Zebraschnecke, Zebrina detrita. Die Art ist schweizweit gefährdet. Sie lebt in mageren Trockenwiesen und Trockenweiden und verwandten Lebensräumen.

Trotz inzwischen wieder aufgenommener jährlicher Mahd mit Abfuhr des Mähguts, finanziert von der Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich, haben sich die Verhältnisse auf der Böschung für die Zebraschnecke nur unzureichend verbessert: Die Vegetation ist nach wie vor zu dicht und zu hoch, und offene Bodenstellen, die für alle gefährdeten Schneckenarten der Trockenwiesen und Trockenweiden (TWW-Schnecken) von zentraler Bedeutung sind, sind in ungenügendem Ausmass vorhanden.

Der Naturschutzverein Dachsen und Umgebung möchte nun die Böschung für die Zebraschnecke im Rahmen eines Ersteingriffes strukturell stark aufwerten: An stark nährstoffreichen Stellen soll der Boden oberflächlich abgetragen und durch Sand ersetzt werden – die Zebraschnecke zieht sich in warmen Trockenperioden und zur Überwinterung in den Boden zurück. Zusätzlich soll der Anteil offenen Bodens auf 50 % erhöht werden. Dies soll ebenfalls mit dem Einbau von kleinen Sandflächen, aber auch mit dem Abrechen von Moos und dem Ausstocken von Büschen, Neophyten und Ranken erreicht werden. Dieser Anteil offenen Bodens ist für alle gefährdeten TWW-Schnecken geeignet. Mit einer gegenüber heute optimierten Pflege soll er die nächsten Jahre auf diesem Niveau gehalten werden, übrig bleibende oder neu wachsende Neophyten und Ranken werden weiterhin ausgestockt. 

Download Gesamtprojekt

 

 

1. Bestandesaufnahme 25.5.2016

Parallel zum Gehweg und parallell zum Kabelkanal wurden am 25.5.2016 mit einem Messband zwei Transekte von je 50m Länge ausgeschieden. Entlang dieser Transekte wurde von 0 bis 50m alle 2.5m mittels eines Metallrahmens und einer kleinen Gartenschaufel eine Fläche von 20cmx20cm auf lebende Zebraschnecken und leere Häuschen der Zebraschnecke abgesucht: über dem Boden und unter den Bodenoberläche, soweit der Boden es jenen erlaubte, sich einzugraben. Dazu wurde mit der Ausnahme kompakter Wurzelballen der Aufrechten Trespe – in wenigen Quadraten – die ganze Krautvegetation abgetragen. Da der Boden sehr feucht war und die Temperatur maximal etwa 21 °C betrug, waren nur drei von insgesamt 37 lebenden Zebraschnecken mehr als zur Hälfte in den Boden eingegraben. Viele hingen in der Vegetation oder hielten sich auf dem feuchten Boden auf. Insgesamt wurden 2x21 Stichproben genommen.

Die Dichte der lebenden Tiere im oberen Transekt betrug 14.2 lebende Tiere pro Quadratmeter, im unteren Transekt 29.7 lebende Tiere pro Quadratmeter und über beide Transekte 22 lebende Tiere pro Quadratmeter. 

Die Dichte der leeren Häuschen im oberen Transekt betrug 41.7 leere Häuschen pro Quadratmeter, im unteren Transekt 108.3 leere Häuschen pro Quadratmeter und über beide Transekte 75 leere Häuschen pro Quadratmeter. 

  

  

 

2. Arbeitseinsatz 25.5. - 27.5.2016

Am Donnerstag und Freitag begannen Ruedi Schneider, Dieter Baach und 5 Zivildienstleistende der Firma Grünwerk AG den Aushub an der Bahnhalde. Ziel war es, an vielen Stellen den fettigen, humusreichen Boden abzutragen.

Es war eine schwere, anstrengende Arbeit! Die Zivis leisteten wirklich grossartige Arbeit!

Es wurden unzählige Gräben und Löcher ausgehoben. Da wir kein Maschinen einsetzen durften, mussten wir den Aushub in Handarbeit in Schubkarren laden und den Humus auf einer nahegelegenen Fläche abladen.

Die Zebraschnecke wird die entstehenden, offenen Flächen lieben und sich munter vermehren!

 

Die Zivis waren es nicht gewohnt, dass sie mit einem Znüni, Mittagessen und Zvieri vom Naturschutzverein kulinarisch verwöhnt wurden!

Am Samstag halfen dann einige wenige Mitglieder des Naturschutzvereins den Sand in die Löcher zu füllen!

Zu diesem Zweck baute Ruedi Schneider extra einen Holzkanal, mit dem man den Sand in die tiefer gelegenen Stellen rutschen lassen konnte! Genial!

Das Aushubmaterial, in dem sich natürlich auch die eine oder andere Zebraschnecke befand, wurde auf eine nahegelegene Stelle am Bahnbord ausgebracht. 

 

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